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Was bedeutet "Verkehrliche Wirkung" am Beispiel Taucha?

Damit eine Trassenvariante das bestehende Verkehrsproblem im Stadtgebiet Taucha lösen kann, muss sie die entsprechende verkehrliche Wirkung aufweisen.

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Schutzgut Mensch - Bestandsnahe Variante

Worum geht’s bei dem Thema?

Die menschliche Gesundheit ist ein wichtiges Schutzgut, welches es bei der Straßenplanung zu berücksichtigen gilt.

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Verkehrliche Wirkung - Südvariante

Was bedeutet „Verkehrliche Wirkung“ am Beispiel Taucha?

Damit eine Trassenvariante das bestehende Verkehrsproblem im Stadtgebiet Taucha lösen kann, muss sie die entsprechende verkehrliche Wirkung aufweisen. Am Beispiel Taucha bedeutet das, dass eine Lösung einen möglichst großen Teil des aktuell durch die Stadt fließenden Verkehrs aufnimmt und zu einer spürbaren verkehrlichen Entlastung in Taucha führt. Andernfalls wäre das zentrale Ziel der Planung verfehlt worden. Im schlechtesten Fall würden die PKW- und LKW-Fahrer trotz einer neuen Trasse weiterhin die Strecke entlang der bestehenden B 87 bevorzugen.

In der Planungswerkstatt erarbeitete Trassenvarianten sind daher nur in die engere Betrachtung aufgenommen worden, wenn die Prüfung durch die Verkehrsplaner eine ausreichend hohe verkehrliche Wirkung erwarten lässt.

Schreiben Sie uns unten auf dieser Seite Ihren Kommentar.

Vorteile der Südvariante

Eine im Süden von Taucha verlaufende Trassenvariante würde eine hohe verkehrliche Wirkung aufweisen und das Stadtgebiet Taucha deutlich vom Verkehr entlasten. Anders als bei einer bestandsnahen Lösung wäre ein leistungsfähiger Ausbau im Bereich der Autobahn-Anschlussstelle Leipzig Ost durch die baulichen Gegebenheiten relativ gut realisierbar.

Nachteile der Südvariante

Eine südliche Trassenführung weist allerdings auch verkehrliche Nachteile auf. Durchgangsverkehre aus nördlicher Richtung (über K7422 aus Richtung Pönitz) würden voraussichtlich in Taucha verbleiben. Dies gilt zum Teil auch für Verkehre aus Jesewitz. Laut der Prognosen der Verkehrsplaner wäre die verkehrliche Wirkung bei der ortsumgehenden Variante im Süden etwas geringer als bei der bestandsnahen Variante. Eine Entlastung Tauchas vom Durchgangsverkehr würde damit nur teilweise erreicht.

Ein weiterer Nachteil besteht in der nötigen Verknüpfung der neuen Trasse mit der bereits verkehrlich hochbelasteten B6, welche bei der bestandsnahen Lösung entfällt.

 

Kommentare

Noch ist die Landschaft in Sehlis heil. Noch sprießt und blüht alles. Noch gibt es die Artenvielfalt von Vögeln und Insekten.
Landschaftsschutzgebiet! Unser Erholungsgebiet.
Wo ist bitte der Vorteil die Südvariante der B87n zu bauen?
Wir sehen keinen.
Wir dulden das nicht!

Wenn Taucha nur teilweise vom Durchgangsverkehr entlastet wird, wird hoher Aufwand betrieben, aber das Ziel nicht erreicht. Der Quell- und Zielverkehr von 16 000 Einwohnern bleibt ohnehin.

Ich bin seit über 10 Jahren Pensioner auf dem Reiterhof Sehlis. Die Parthenaue und die Nähe zum Thresenwald bieten ein traumhaftes Ausreitgelände. Über die Jahre hin ist der Hof gewachsen, ein neuer Reitplatz und vor kurzem eine neue Reithalle entstanden.Die Pferde leben artgerecht im Offenstall in einer großen Herde zusammen. All das ermöglicht der unermüdliche Einatz der Betriberin und ihrem Team.
Durch den Bau der Trasse wär all das gefährdet.
Es bedeutet für mich , das mein Pferd wertvolle Koppelfläche verliert, dringend notwendige Wiesen zur Heugewinnung werden zerstört und dieses wichtige und einzigartige Stück Natur unwiederruflich zerstört!

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Sehr geehrte Damen und Herren,

wegen nicht akzeptabler Hürden bei der Teilnahme am von Ihnen organisier-ten B87-Online Dialog, Sie, immerhin ein halbstaatlicher Betrieb, verlangen ohne triftigen Grund unsere Zustimmung zur Nutzung von Cookies, also das Einverständnis zum Einsatz von Spähsoftware, ohne das kein Kommentar akzeptiert wird, was die Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens infrage stellen dürfte, überreicht die Stiftung auf dem Postweg fristwahrend die nachfolgen-de Stellungnahme per Einschreiben/Rückschein.

Stellungnahme zum bisherigen Ergebnis des „Bürgerdialogs“ zur B 87n

Aus unerklärlichen Gründen hat das Dialogforum zur B87n die bereits ein-mal gescheiterten Pläne zum Bundesfernstraßen-Neubau unter Inkaufnah-me
- der Zerschneidung einer wertvollen Naturlandschaft
- der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz des an der Sehliser Parthe gelegenen Pferdehofs [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] und, damit ver-bunden,
- der Kreierung einer mich, den Unterzeichner, als dem Verpächter der [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] genutzten Hofgebäude treffenden wirtschaftlichen Notlage, welche, in der Folge, die Rückabwicklung meiner Naturstif-tung Partheland in Sehlis nach sich zieht,
wieder aufgelegt.

Dazu nehme ich wie folgt Stellung:

A.) Südvariante – Parthequerung zwischen Sehlis und Dewitz (SNV)
1.) Schutzgut Mensch und das durch einen B87-Neubau verursachte öko-nomische Desaster
a.) Nach dem mit der Stiftung Partheland in Sehlis abgeschlossenen Landpachtvertrag [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] sind die Koppeln des Pferdehofs Sehlis auf Lebenszeit [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] verpachtet. Hinzu kommen weitere, zur Heugewinnung benötigte Flächen sowie der Bergmann´sche Viersei-tenhof samt ehemaliger LPG-Rindermastanlage. Über die Gebäude wurde mit dem Unterzeichner ebenfalls ein lebenslanger Pachtvertrag geschlossen.

Auf dem [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] vor 15 Jahren [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] über-nommenen Hof sind 70 Pensionspferde sowie ein Voltigier-Verein untergebracht und acht Mitarbeiter beschäftigt. Etwa 200 Personen nutzen den Hof zur sportlichen Betätigung, als Erholungsort und zur Freizeitgestaltung. Lässt man die Veranstaltungen der Sehliser Kom-mune „Rote Beete“ außen vor, wäre Sehlis ohne die auf dem Hofge-lände stattfindenden Aktivitäten ein totes Dorf. Um dem Ort weiteres Leben einzuhauchen, soll in Bälde ein für alle zugängliches, ca. 600 m2 großes Cafe´ im 1. Stock des ehemaligen LPG-Futterhauses ent-stehen.
b.) Bisherige, auf den Betriebszeck zugeschnittene umfangreiche Bau-maßnahmen nebst Anschaffung von Betriebsmitteln haben pächte-rinnenseits zu einer Verschuldung [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] geführt. Allein daraus wird ersichtlich, dass trotz Aufnahme einer übermäßig großen Anzahl von Pensionspferden die daraus gezogenen Erlöse derzeit noch nicht genügen, um die beträchtliche, noch immer mit einem Reparaturstau behaftete Kubatur des Hofes in einen zeit-gemäßen Zustand zu versetzen.

Die Pächterin [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] hat ihr Herzblut in die Entwicklung des Hofes ge-steckt. Als sie [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] das Anwesen über-nahm, gab es hier fünf Pensionspferde. Jetzt sind es vierzehnmal so viele. Trotz des immensen Engagements, das ihr die Führung des Betriebs abverlangte, studierte sie und schloss das Studium [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] ab. Nicht umsonst wurde Ihr unglaublicher Werdegang bereits im Jahrbuch 2009 des Landkreises Nordsachsen und im November 2010 in einem TV-Lebenslinien-Bei-trag des MDR gewürdigt. Soll damit nun Schluss sein?
c.) Die Nordversion der Südvariante (SNV) soll über die zur Heugewin-nung (Frühjahr) sowie als Pferdekoppel (Sommer/Herbst) genutzten Fl.-Ste. [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] geführt werden. Nach der hier vorliegenden Tras-senverlaufs-Skizze würden ca. 25% der besagten Flurstücke vom Fernstraßenbau beansprucht bzw. vom verbliebenen Koppelgelände abgetrennt. Ein pferdeverträglicher Mindestabstand zum Asphalt ist darin noch nicht eingerechnet. Fände er Berücksichtigung, wäre der nördlich der SNV gelegene, abgetrennte Koppelteil für die Pferdehal-tung gänzlich verloren, und somit der gesamte Betrieb [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] in die Enge getrieben.
d.) Zu allem Übel hat eine Umfrage unter Reitern ergeben, dass im Fall der SNV-Realisierung etwa ¾ der Pferdepensioner Sehlis wegen der dann den hiesigen Hof und seine Koppeln heimsuchenden Lärm- und Abgasbelastung den Rücken kehren werden. Für den genannten Betrieb [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] bedeutet dies starken, nicht zu verkraftenden Umsatzeinbruch und Insolvenz innerhalb weniger Wochen. Für mich, den Unterzeichner, fielen Pachteinnahmen [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] bei weiter laufenden Kosten [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] weg, womit ich bei meiner derzeitigen Rente [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] in kürzester Zeit zum Sozialhilfe-Fall mutieren würde. Denn der Hof, der aus den Gründen des Umweltschutzes, des Erhalts seiner baulichen Substanz und dauerhafter Anlehnung an die histo-rische Nutzungsweise in 13 Flurstücke zergliedert wurde, lässt sich kaum anders denn als Pferdehof nutzen.

Würde ich wegen der Straßenbaumaßnahme sozialhilfebedürftig, wä-re, wie Sie sicher wissen, das Sozialamt gehalten, das meiner gemein-nützigen Stiftung vor vier Jahren übereignete, in Form landwirt-schaftlicher Flächen gebundene Vermögen zu liquidieren, was im-mense Schenkungssteuerzahlungen und den Konkurs der Stiftung auslösen würde. Damit wäre mein Lebenswerk zunichte gemacht.

Allein schon deswegen bin ich gehalten, mittels Crowdfunding fi-nanzielle Resourcen aufzutreiben, um gegen die Realisierung der hier in Rede stehenden Trassenvariante die Gerichte anzurufen und nöti-genfalls bis zum EuGH zu gehen.

Indes, selbst wenn SNV ca. 190 m nach Norden verschoben und da-mit auf 160 – 250 m an die ersten Dewitzer Eigenheime heranrücken würde, wäre den oben angeführten Emissionsproblemen nicht ent-scheidend abgeholfen, so dass der durch das Straßenbau-Projekt ausgelöste Exodus der Reiter zu der beschriebenen ökonomischen Katastrophe führen dürfte.
e.) Aus hiesiger Sicht handelt es sich bei den beiden im derzeitigen Bür-gerbeteiligungsverfahren diskutierten Süd-Trassenvarianten um eine Wiedervorlage des 2015/16 gescheiterten Fernstraßenbauvorhabens. Damals sollte die B87n ohne Rücksicht auf Verluste schnurstracks durch die Taucha/Eilenburger Endmoränen-Landschaft zur Auto-bahnanschlussstelle Leipzig-Ost geführt werden, wobei nach einer in der LVZ veröffentlichten Kartenskizze die Betriebsstraße der Sachsen-ei GmbH & Co. KG (ehemalige KIM) zwischen der dritten und der vierten Legehennen-Batterie hätte geschnitten werden sollen. Der Abstand zwischen den beiden Sachsenei-Betriebsstätten beträgt 630 m und entspricht damit fast auf den Meter genau dem Abstand zwischen den Pferdepensionsgebäuden von Marie-Luise Stein und der nördlich davon gelegenen, zu Dewitz gehörenden Wohnbebauung. Wohl auf Druck des bayrischen Großunternehmers Zimmerer schwenkt die ge-plante Fernstraße nunmehr gut einen Kilometer westlich der Hühner-batterien ab, um unter Schonung des Sportflughafengeländes „Schwarzer Berg“ auf die alte B87 zu stoßen.

Bezüglich der Stiftungsflächen und der darauf via Marie Luise Stein stattfindenden, immerhin 207 Personen umfassenden Aktivitäten, wozu auch das von der hiesigen Landesregierung geförderte, sich an Kinder und Jugendliche richtende Voltigier-Angebot zählt, fordert die Stiftung die gleiche Rücksichtnahme.

2.) Schutzgut Umwelt
Weil die Realisierung der SNV einen irreparablen Schaden am FFH-Ge-biet, immerhin ein streng geschütztes, teilweise noch in Entwicklung befindliches Europäisches Schutzgebiet, und dessen Umfeld darstellt, verbietet sich eigentlich die Ausweisung einer Trassenvariante mit Par-thequerung im Abschnitt zwischen Sehlis und Dewitz. Dennoch will die DEGS allen Anschein nach mit aller Gewalt gerade hier durch. Dagegen spricht folgendes:
Weil die Realisierung der SNV einen irreparablen Schaden am FFH-Ge-biet, immerhin ein streng geschütztes, teilweise noch in Entwicklung befindliches Biotop, und dessen Umfeld darstellt, verbietet sich eigent-lich die Ausweisung einer Trassenvariante mit Parthequerung im Ab-schnitt zwischen Sehlis und Dewitz. Dennoch will die DEGS allen Anschein nach mit aller Gewalt gerade hier durch. Dagegen spricht folgendes:

a.) Vorab weise ich darauf hin, dass der im Internet nicht abrufbare Managementplan 2006 für das FFH-Gebiet 212 (Parthenaue) im SNV-Parthequerungsbereich nach Hörensagen keine Lebensraumtypen gem. Anhang I der FFH-Rl. enthalten soll, was wohl im Gegensatz zu der mir vorliegenden, von der TU-Dresden im Rahmen des Stadt-Parte-Land-Projekts herausgegebenen „Flächenkulisse naturschutz-konforme Grünlandbewirtschaftung“ (Anlage) steht. Nach letzterer spannt sich von Borsdorf bis Taucha ein durchgehender Weidever-bund entlang der Parthe, der auch im Bereich der stiftungseigenen Fl.-St. [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] nicht abreißt, und der ins-gesamt als Lebensraumtyp 6510 „Flachlandmähwiese“ zu werten ist. Der im Uferbereich der Fl.-St. [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] angelegte, 25 m breite, von Pferdebesatz freigehaltene Typ 6510-Wiesenstreifen soll den Le-bensraum der an der Parthe heimischen Tier- und Pflanzenarten er-weitern, wozu auch der Fischotter zählt. Um die insbesondere nachts durch optische Störungen stark leidende Spezies vor Lichteinfall (grell-leuchtendes Reklameschild der Zimmerei Schnoy) zu schützen, wurde auf den besagten Flurstücken eine mittig in Nord-Süd-Richtung platzierte Feldhecke angelegt, welche mit Grünrandstreifen ausgestattet, für sich genommen ein üppig ausgestaltetes Biotopverbund-Element darstellt. Im Übrigen ist vorgesehen, nach der diesjährigen ersten Mahd die Lebensraumqualität für Fischotter durch Tieferlegung des 25 m breiten Wiesenrandstreifes im Sinne der Förderung eines gün-stigen Erhaltungszustandes des FFH-Gebiets zu verbessern und eine Annäherung an den Lebensraumtyp 6430 „feuchte Hochstaudenflu-ren“ herbeizuführen. Letzterer wird von einer in 2018 angelegten Weichholzaue flankiert. (Auf Anfrage kann zu den privatrechtlich festgelegten Renaturierungsmaßnahmen [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] Pachtvertrag [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] vorgelegt werden.) Um diese Entwicklungen aktenkundig zu machen, beantrage ich hiermit eine Nachevaluation. Unabhängig davon weise ich darauf hin, dass trotz mehrfacher Bitte weder mir als damaligen Flurstücks-Eigentümer, noch meiner Stif-tung jemals Hinweise zu im Managementplan enthaltenen Untersu-chungsergebnissen bzw. Handlungsempfehlungen gegeben wurden; Informationen, die, wenn man schon auf den besagten Flurstücken unangemeldete Inspektionen durchführt, dem Flächeneigentümer von Rechts wegen zustehen sollten.
b.) Abwägungsrelevanter Sachverhalt „Flachlandmähwiese“
Nicht nur bezogen auf den SNV-Partehequerungsbereich ist der Le-bensraumtyp 6510 ein rares Gut. Dieser hat umso größere Bedeu-tung, als ihm als regionaler, ca. 8 km langer landschaftsprägender Grünzug Biotopverbund-Charakter zukommt, und er im besagten Querungsbereich von zwei hohen, mit Greifvogel- und Fledermaus-nistplätzen ausgestatteten Gehölzspalieren flankiert bzw. ergänzt wird. Zudem ist ihm gerade wegen seiner an der Querungsstelle vor-kommenden geringen Breite eine besonders hohe Relevanz für die Zusammengehörigkeit von Lebensraumtyp- sowie Habitatflächen im FFH-Gebiet und damit ein hoher Schutzstatus zuzusprechen. Für die Zerschneidung des Grünzugs ist daher ein extrem hoher Beeinträch-tigungsgrad anzusetzen.
c.) Abwägungsrelevanter Sachverhalt „Kleiner Seich“
Etwa 600 m nordöstlich der geplanten Parthequerungsstelle befindet sich das von der Straßenbaumaßnahme betroffene flächige Natur-denkmal „Feuchtwiese bei Dewitz (kleiner Seich)“ mit seiner Orchideen-wiese und einer Entwicklungsfläche des Dunklen Wiesenknopf-Amei-senbläulings. Ungeachtet seiner Lage im FFH-Gebiet soll die SNV un-mittelbar daran vorbeiführen, was zu einer extrem hohen Beeinträch-tigung, wenn nicht gar zur Zerstörung dieses in der Region seltenen gewordenen Biotoptyps führen wird, wofür ein extrem hoher Beein-trächtigungsgrad anzusetzen ist.

Andererseits: Würde man entsprechend den Schutzerfordernissen für den „kleinen Seich“ die SNV nach Süden verschieben, hätte dies wohl auch Auswirkungen auf den Trassenverlauf über die Fl.-Ste. [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt], und zwar im Sinne einer auch dort erforderlich werdenden Südverschiebung. All dem, wie auch das Nachfolgende, könnte wohl nur durch eine mindestens vom Plösitzer Feldflurstück 62 bis zum Dewitzer Feldwegeflurstück 151 (Püchauer Straße) reichende ca. 1,7 km lange Untertunnelung kompensiert werden; eine Maßnahme, die zu prüfen ich hiermit dringendst empfehle.

d.) Abwägungsrelevanter Sachverhalt „Fischotter“
Eine Betroffenheit des Fischotters durch die geplante SNV-Parthe-querung und die damit verbundenen Störwirkungen durch den Verkehr, der mit derzeit 47.000 Kfz/24 h angesetzt wird, ist so gut wie sicher. Wenn nicht bereits wegen der unter A 1 sowie A 2 b + c angeführten massiven Beeinträchtigungen, müssten in Anbetracht der kumulierten negativen Wirkungen spätestens jetzt alle Glocken läuten, um von der in Rede stehenden vierspurigen Trassenvariante Abstand zu nehmen.

Der Fischotter steht bereits jetzt unter erheblichen Stördruck, wobei die Gesamthabitat-Länge gut 23 km beträgt. Selbst wenn ein Brückenbauwerk fischottergerecht ausgeführt wird, wären die Beeinträchtigungen durch den in die hiesige Parthenaue gelenkten gewaltigen Verkehr beträchtlich, zumal in diesem Landschaftsabschnitt bis dato Stille herrscht. Zur Lärmbelastung kommen noch negative Auswir-kungen durch nächtlich auftretende optische Störungen hinzu, welche der empfindlichen Tierart arg zusetzen würden.
d.) Abwägungsrelevanter Sachverhalt “Landschaftszerschneidung“
Die Straßenbaumaßnahme konterkariert nicht nur die Schutz- und Entwicklungsziele des FFH Gebiets Parthenaue und beeinträchtigt einen der wenigen für Naherholungszwecke zur Verfügung stehenden bedeutsamen Raum, sondern durchschneidet in ihrem weiteren Ver-lauf (d.h. südwestlich und nordöstlich der vorgesehenen Parthequerung) ein von Verkehrswegen unzerschnittenes Gebiet, ohne dass eine nennenswerte verkehrliche Entlastung des Tauchaer Innenstadtbereichs zu er-warten ist. Selbst Stimmen aus der Stadtverwaltung räumen der bestandsnahen, um einen Tunnel ergänzten Variante den höchsten Entlastungseffekt ein, wobei die Innenstadtbewohner offenbar ebenfalls für diese Variante plädieren. Wenn dem so ist, und gemäß der Einschätzung des BUND 50% des B97-Verkehrs aus Taucha kommt, warum dann die Autokolonne auf einer vierspurigen Trasse um unsere Kleinstadt herumlenken und ohne deutlich spürbaren Effekt wertvolle Naturlandschaft zerstören?

Großflächige unzerschnittene, verkehrsarme Landschaftsräume sind selten geworden. Wir haben einen solchen vor der Tür. Der Landesentwicklungsplan 2013 sieht vor, Verkehrswege und ähnliche Vorhaben landschaftsgerecht zu führen und zu bündeln. Warum sollte dies heutzutage angesichts der schärfer geführten Diskussionen betreffend Klimawandel-Ursachen und deren Folgewirkungen nicht in analoger Weise auch für das hiesige FFH- und Landschaftsschutzgebiet gelten? Eine raumverträgliche Lösung in Form der bestandsnahen Variante ist doch vorhanden! Aufgrund unserer persönlichen Betroffenheit (Schutzgut Mensch) und jener des durch die Baumaßnahme der Vernichtung preisgegebenen Teils des hiesigen FFH-Gebiets (Schutzgut Natur) wäre nicht einzusehen, warum man der „innerstädtischen Lö-sung“ nicht den Vorzug zu geben bereit ist.

B.) Südvariante (SSV) – Parthequerung zwischen Sehlis und dem Kirchen-heim
Hier entfallen die unter A 1 vorgetragenen Einwendungen, während die Argumente zu A 2 weiterhin Bestand haben, aber nicht wiederholt, sondern um den Hinweis auf die Gefährdung/Schutzwürdigkeit des im dortigen Parthequerungsbereich liegenden Reproduktionshabitats des Dunklen Wiesenkopf-Ameisenbläulings ergänzt werden.

Zudem weise ich auf folgendes hin:

a.) Wie SNV, wird auch SSV dem Anspruch auf signifikante Verkehrsent-lastung des Tauchaer Innenstadtraums kaum gerecht. Denn beide Varianten sind keine Ortsumgehungen im klassischen Sinn, sondern beziehen zur Verkehrslenkung einen Autobahnabschnitt ein. Sie gehen daher nicht auf das Bestreben ortskundiger KFZ-Nutzer nach mög-lichst gradliniger Fortbewegung ein und binden stattdessen an der abseitig gelegenen Autobahnanschlussstelle Leipzig-Ost und der be-reits überlasteten B 6 an, was viele Autofahrer dazu verleiten dürfte, am alten Trott festzuhalten. Ergo: Wählte man SNV bzw. SSV als Vor-zugsvariante aus, würde man ein Problem lösen, um ein neues zu schaffen. Es sei denn man hätte ohnehin vor, die B 6 auf 6 – 8 Fahr-spuren zu verbreitern.
b.) Im Übrigen wäre Sehlis im Fall einer SSV-Realsierung von seiner Feldmark weitgehend abgeschnitten.

In der Hoffnung auf Berücksichtigung der vorgetragenen Einwendungen und

mit freundlichem Gruß

Stiftung Partheland in Sehlis
gez. Carlo Bergmann
- Stiftungsvorstand -

Moderationskommentar

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Moderationsteam

Mit großem Interesse habe ich die Argumentationen in der online-Diskussion verfolgt und kann nur unterstreichen, dass die Südvariante keine Option sein kann und darf. Abgesehen von den verkehrstechnischen Analysen, die eine Verlagerung des Verkehrs auf schon jetzt über Gebühr belastete Strecken hinnehmen, steht für mich der Umweltschutzaspekt im Vordergrund. Die Zerstörung einer Kulturlandschaft kann nicht als Alternative ernsthaft in Betracht gezogen werden. Die Verlagerung des Verkehrs unter die Erde halte ich für eine gute Variante, über die Länge und den Verlauf eines Tunnels kann man gern im nächsten Forum diskutieren.

Auf keinen Fall dürfen wir die einzigartige Natur der Parthenaue einer Durchfahrtsstrasse opfern! Es ist jedes mal erstaunlich wie viele Tiere entlang der Parthe von Plösitz nach Panitzsch bei einem Spaziergang zu sehen sind, das findet man in der Gegend sonst nirgendwo! Bitte macht das nicht kaputt!

Die Nachteile bei der verkehrlichen Wirkung bei der Südvariante überwiegen!

Die Südvariante würde Taucha nur leicht entlasten, allerdings die Dörfer entlang der südlichten Route extrem mehr belasten. Das kann nicht die Lösung jahrerlanger Planung sein, wenn am Ende nur noch mehr Anwohner betroffen sind.

Die Südvariante würde nur zu einer Teilentlastung von Taucha führen. Wir wollen eine maximal mögliche Entlastung.

Gerne würde ich eine Karte sehen, auf der die Verkehrsbelastung der Straßen eingezeichnet ist. Mein Eindruck ist nämlich, dass die B6 bei der derzeitigen steigenden Verkehrsaufkommensentwicklung bei bisheriger Straßenführung in den nächsten Jahren an ihre obere Grenze kommt. Häufig beobachte ich Staus im Bereich der A14 und in Zeiten der Rushhour stößt die B6 auch an den Kreuzungen Paunsdorfer Allee und beim Wissenschaftspark an ihre Grenzen. Im Falle der Südvariante,würde die B6 noch einen großen Teil des Verkehrs der Torgauer Straße und die Autobahnkreuzung Leipzig Ost einen teil der Kreuzung Leipzig Nordost übernehmen. Das halte ich schlicht und ergreifend für unrealistisch.
Eine verkehrliche Wirkung zur Entlastung der B87 in Taucha kann ich mir auch nur eingeschränkt vorstellen, da meine Wahrnehmung (Kennzeichen, Pendler, Bekannte, Kreuzungsnutzungen) ist, dass viele nähere Anlieger der B87 in Taucha auch diese dort nutzen und einen großen Teil der Nutzer*innen ausmachen. Daher würde eine Umgehung nur eingeschränkt eine Besserung in Taucha versprechen, auch da der Verkehr die nächsten Jahre (leider) zunehmen wird.
Und warum sollte ich ich einen Umweg von Knapp 5 km in Kauf (Vergleich Abfahrt Nordost ab & Aktuelle B87 Trasse zu Abfahrt Ost & Südvariante) nehmen, wenn ich nicht doppelt so schnell voran komme (Gesamtstrecke akteelle B87 ~ 5 km). Eine Verdoppelung der Durchschnittgeschwindigkeit halte ich nicht für möglich.
Und wie groß ist überhaupt der Anteil der Menschen, die von der Autobahn auf die B87 fahren bzw. umgekehrt. Vielleicht fahren viel mehr Menschen direkt von der Stadt aus auf die B87/B6? Das würde die B6 noch mehr fordern.

Aus den vorherigen Verfahren zur B87n ist bekannt, dass eine drei oder vierspurige Bundesstraße (mit Autobahncharkter) wie die geplante B87n in der Südvariante zwischen den Knotenpunkten an der B6/A14 und der Einmündung auf die "alte" B87 im Bereich Gordemitz / Jesewitz keine weiteren Auffahrten / Knotenpunkte haben wird. Damit kann diese Strasse von den in und unmittelbar um Taucha lebenden Verkehrsteilnehmern nicht tatsächlich genutzt werden - der heute direkt durch Taucha verlaufende Verkehr dieser Anwohner wird unabhängig von einer etwaigen Südvariante weitergehen. Damit kann die Südvariante nur den (geringen Anteil) überregionalen Fernverkehr aufnehmen, in Taucha selbst wird dies nur unwesentlich zur Entlastung beitragen. Die Menschen in und um Taucha würden durch die Südvariante(n) keinerlei Vorteile erhalten, nur Nachteile.

Die Stadtentwicklung von Taucha ist mit der vorhandenen Infrastruktur ausgereizt. Bei weiterer Bebauung sind dringend Umgehungsstraßen notwendig, um den dann zunehmenden Erschließungsverkehr nach außen abzuleiten. Deshalb ist die Südvariante die einzig richtige Entscheidung. Eine kurze Tunnellösung, deren technische Ausführung skeptisch zu betrachten ist, wird wesentliche Teile der Stadt Taucha nicht von Verkehrslärm und Abgasen entlasten.
Bei der Südvariante bestehen wesentlich größe Chancen die Umwelteinflüsse und die Belastung der Bürger zu minimieren. Wachstum ist zukünftig nur mit Umgehungsstraßen und den entsprechenden Straßenanbindungen denkbar. Durchgangsverkehr nicht weiter durch die Stadt führen.

Wenn die Südvariante kein geeignetes Mittel ist um die Verkehrsströme besser zu lenken und zu beherrschen frage ich mich warum die traumhafte Landschaft zerstört werden soll.
Diese Pläne sind müssen gestoppt werden!
Die Naherholungsgebiete und einzigartige Tier und Pflanzenwelt sind dann hin.

Nur Umgehungsstraßen bringen einen Spielraum für die weitere Stadtentwicklung, deshalb ist die Südvariante die richtige Entscheidung. Eine kurze Tunnellösung ist da nicht zielführend.
Der zunehmende Erschließungsverkehr ist nach außen abzuleiten. Für weitere Bebauung und die notwendige Infrastrukturentwicklung ist sonst im Stadtgebiet kaum ein Spielraum vorhanden. Umweltschutzmaßnahmen sind auf freien Feld besser zu realisieren, als in einem dicht bebauten Stadtgebiet. Die Südvariante ist für Mensch und Natur umweltverträglicher.

Es ist bereits häufig angesprochen worden. Die Zerschneidung und damit Zerstörung der Parthenaue durch eine Südvariante würde zu nicht absehbaren ökologischen Veränderungen führen, ohne dass das eigentliche Problem, Entlastung des Tauchaer Durchgangsverkehrs, wirksam beseitigt wird.
Als regelmäßiger Nutzer der B6, als auch der B87 zu unterschiedlichsten Zeitpunkten, kann ich feststellen, dass es bereits jetzt auf beiden Strassen zu Verkehrsbehinderungen kommt. Auf der B6 trifft dies derzeit sogar häufiger zu, als auf der B87. Die Einbindung der B87n an der Autobahnauffahrt Leipzig Ost würde dies noch weiter verschärfen. Die Folge wäre ein Rückstau bis weit in die Permoserstrasse hinein. Damit wären neue verkehrstechnische Probleme geschaffen, ohne die alten zu lösen. Und dann auch noch ein Landschaftsschutzgebiet zu zerstören, kann nicht im Interesse des Gemeinwohls liegen.

Keine B87n durch die Parthenaue!

Nach zahlreichen Protesten haben mehrere Presseveröffentlichungen den Eindruck erweckt, dass das Vorhaben einer Querung der Parthenaue endgültig erledigt ist, weil zu viele schlagkräftige Argumente dagegen sprechen. Diese gelten nach wie vor.

Liebe Mitbewohner vom Rest einer einzigartigen Naturlandschaft!
Es ist sicherlich ganz schwierig, den immer mehr zunehmenden Verkehr an der Peripherie an einer zusehends wachsenden Großstadt wie Leipzig zu ertragen. Aber liegt darin nicht genau unsere Crux: die mit genau diesem Wachstum verbundenen Vorteile die wollen wir alle (genießen). Aber Nachteile wie die steigenden Nahverkehrszahlen: dies doch bitte bei dem anderem Anrainer, aber nicht vor meiner Haustür!
Die Planung und laufende Beschlussfassung der Stadt Leipzig sieht vor, dass in spätestens drei bis fünf Jahren alle im östlichen Bereich der Stadt Leipzig noch frei verfügbaren Flächen mit Wohnungen zu bebauen sind. Dann werden die Häuser tatsächlich allflächig bis an die Autobahn reichen. So, wie es schon lange vorhergesagt wurde. Auch diese Menschen brauchen perspektivisch ihre naturell belassenen Rückzugs- / Erholungsgebiete. Die Parthenaue in ihrer heutigen Belassenheit bietet sich hierfür sehr gut an.
Es gibt derzeit eine Jugendliche namens Greta, die uns immer wöchentlich freitags mit vielen weiteren Jugendlichen mahnt, auch deren zukünftigen (naturellen) Erfordernisse nicht zu vergessen. D. h., können wir uns es leisten, weitere für bzw. in der Zukunft landschaftlich wichtige Bereiche zu versiegeln. Und müssen wir nicht endlich begreifen, dass der von uns verursachte Verkehr in den bereits urbanisierten Gebieten auf unterschiedliche Ebenen zu verteilen ist - in welcher baulichen Ausführung bzw. technischen Lösung auch immer. Wir wollen als Menschen die zunehmende Urbanisierung und dann müssen auch die damit verbundenen weniger schönen Dinge, wie eben den Verkehrslärm, in akzeptable innerörtliche Lösungen bringen. Und ein Tunnel wäre doch eine solche durchaus akzeptable Lösung. Und was den Verkehrslärm im westlichen Bereich von Taucha - also die Autobahnanbindung - betrifft: Ist dort tatsächlich ein Wohngebiet und werden somit viele Menschen in ihrer Lebensqualität gestört? Ich sehe diesen Bereich eher als Gewerbegebiet mit Wohnungen. Muss dann nicht in der Konsequenz jeder selber entscheiden, ob er dort Wohnen / Leben oder nicht.
Ich möchte daran appellieren, die Parthenlandschaft nicht noch mehr mit baulichen Anlagen zu zerschneiden und zu versiegeln. Wir - und vor allem die nächsten heranwachsenden Generationen - bekommen sie so nicht wieder zurück. Denn eigentlich steht doch immer nur in Märchen: Es war einmal. Lasst uns die Parthenaue nicht zum Märchen werden!

Sehr geehrte Planer und Projektverantwortliche!
Es gibt bei jedem Bauvorhaben so etwas wie eine ingenieurtechnische Verantwortung. Diese verpflichtet uns eines entsprechenden Weitblickes (dafür haben wir u. a. einmal studiert). Diesen mahne ich - vor allem Namen der heranwachsenden Generationen - hiermit an. Was meine ich damit: Ausgehend von den uns bekannten Grundsätzen der Industriellen Revolution im heutigen Stadium 4.0 sollten sich in den kommenden zehn Jahren - also bis Baubeginn - die Kosten für einen Tunnelbau um mindestens die Hälfte reduzieren. Oder geht hier die Bauindustrie wieder einmal ihren eigenen Weg - völlig losgelöst von allen anderen wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten? Hier setze auf Ihre ingenieurtechnische Fähigkeiten, die sich aktuell schnell entwickelnden neuen Technologien und die damit verbundenen Effizienzen auf die Tunnellösung zu fokussieren und diese damit quasi auch für dieses konkrete Projekt salonfähig zu machen.

Und liebe Tauchaer:
Jede wichtige Stadt auf dieser Welt hat mindestens einen (Verkehrs)-Tunnel. Seht´s doch auch ´mal bitte von der Seite!

Macht etwas Vernünftiges aus dem Projekt, DZ.

Borsdorf ist jetzt schon durch die B6 erheblich belastet. Eine weitere Bundesstraße würde die Belastung um ein vielfaches erhöhen. Vor allem der Ortsteil Panitzsch würde zwischen zwei Bundesstraßen geraten. Ein weiterer Punkt der dagegen spricht ist der "geringe Nutzen" im Verhältnis zur Nordvariante. Die Parthenaue als Naturschutz- und Naherholungsgebiet würde zerschnitten werden .

Fachleute rechnen mit einem Rückgang von Verkehrsverdichtungen/Staus um 30% durch autonomes Fahren. Demach würde der Bedarf an neuen Straßen drastisch sinken.
Das wird in Planungsforen auch auf offiziellen Ebenen diskutiert und findet bei Autobahnplanungen bereits Eingang.
In jedem Falle sollte man den Automatismus es wird immer mehr Verkehr in Frage stellen.
Wie werden sich die Jugendlichen von heute morgen fortbewegen?

Die Südvariante führt durch die aktuell unberührte oder kaum berührte Landschaft der Parthenaue. Eine neue Trasse mit dieser Straßenführung würde also die Gefahr von Wildunfällen massiv erhöhen. Im Zuge von Unfällen kommt es immer zur Nutzung der Umleitungsstrecken und das wäre wieder das Stadtgebiet Taucha. Eine Nutzung der Nordvariante bietet mehr Verkehrssicherheit und somit die nachhaltigere Entlastung des Stadtgebietes Taucha. Nicht vergessen werden darf außerdem der Aspekt, dass die Wiesen, durch welche die Südvariante führen soll, Flutwiesen sind, d.h. bei starken Regenfällen kommt es zu einer Überflutung der Straßen, was zum einen zu Unfällen und zum anderen auch zu Straßenschäden führen kann und wird. Dies fordert also schon geplant die regelmäßige Erneuerung der Straßen. Man plant also Kosten, die man mit einer Nordvariante vermeiden oder verringern könnte.

Ich bezweifele den behaupteten entlastenden Effekt der Südvariante. Würden die Verkehrsteilnehmer den Umweg in Kauf nehmen? Es kommt ja darauf an, wo sie in Leipzig hin wollen, bzw., ob sie eher Richtung Dresden oder Halle/Magdedburg auf die Autobahn wollen. Lediglich jene, die den Leipziger Südwesten oder die Richtung nach Dresden ansteuern, würden die Südvariante annehmen. Die anderen würden beim alten Weg durch Taucha oder andere stärker bewohnte Gebiete suchen. Dazu stehen die erheblichen negativen Umweltauswirkungen und der Verlust an Erholungsraum im krassen Missverhältnis.

Das Vorgehen, nunmehr nur noch zwei Varianten zur weiteren Prüfung zuzulassen, birgt die große Gefahr, sinnvolle Optionen zu schnell aufzugeben. Die Bewertung der Varianten ist komplex und möglicherweise wird es die eine Lösung nicht geben können, sondern nur eine Kombination verschiedener Lösungsansätze. Außerdem ist die Bewertung einzelner Lösungen von sehr vielen Faktoren und Abwägungen abhängig. Sie kann sich bei einer etwas anderen Wichtung eines einzelnen Faktors schnell verlagern. Daher sollte man keine Alternativen vorschnell außer Acht lassen. Alle Alternativen sollten bis zum Schluss mit berücksichtigt werden und in einer Vergleichsmatrix gegenübergestellt werden. Dann ist transparant, wie Entscheidungen gefällt werden und es bleibt bis zum Schluss die Möglichkeit aus verschiedenen Ansätzen ein Optimum zu wählen und gegebenfalls auch Kombinationslösungen zu finden.

Staut es sich auf allen Strecken gleichermaßen? Sind es die gleichen Stoßzeiten? Wie ist jeweils die Verteilung PkW/LkW? Sind die Verkehrserhebungen tatsächlich vergleichbar? Sind die Prognosen zum Verkehrsaufkommen realistisch? Welche Annahmen liegen ihnen zugrunde? Was sind die jeweiligen Minimal- und Maximalwerte des geschätzten und des porgnostizierten Verkehrsaufkommens? Wir brauchen Klarheit über unsere Entscheidungsgrundlagen und die damit verbundenen Unsicherheiten.

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