Zwischenergebnisse - Was in den Planungswerkstätten erreicht wurde

Im Rahmen der bisherigen Planungswerkstätten wurden von den Mitgliedern insgesamt neun Vorschläge für mögliche Korridore entwickelt. Zu diesen Korridoren wurden in den Planungswerkstätten Prüfaufträge für die am Verfahren beteiligten Fachplaner (Umwelt, Verkehr, Straßenbau) formuliert.

Im Zuge dieser Prüfungen stellte sich heraus, dass nur ein Teil der von den Teilnehmenden eingebrachten Vorschläge für Streckenverläufe weiterverfolgt werden können, da andere Vorschläge entweder nicht die gewünschte verkehrliche Wirkung im Sinne einer Entlastung Tauchas vom Durchgangsverkehr bringen würden oder technisch, regulatorisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll umsetzbar wären.

Folgende Korridore wurden daher bei der weiteren Arbeit in den Planungswerkstätten in Abstimmung mit den Teilnehmenden verworfen:

  • Ein Korridor nördlich von Taucha, mit einem Streckenverlauf zwischen Jesewitz und der BMW-Allee („BMW-Ring“) wurde eingebracht, um dem Schwerlastverkehr von und nach BMW zu begegnen. Da es sich bei der BMW-Allee jedoch um eine Erschließungsstraße mit zahlreichen Ampelanlagen und Werksauffahrten handelt, ist diese für den Durchgangsverkehr einer Bundesstraße nicht geeignet. Darüber hinaus sprechen enge Kurvenradien sowie der weitere Streckenverlauf durch das Messegelände (Messe-Allee) gegen diese Lösung, da zu Messezeiten der Verkehr erheblich eingeschränkt würde.
  • Ein nördlicher Korridor mit einer Streckenvariante anschließend an die Bundestraße B 2 musste verworfen werden, da die B 2 bereits sehr stark ausgelastet ist und den zusätzlichen Verkehr der B 87n daher nicht aufnehmen könnte. Unabhängig davon würde eine weit nördlich liegende Variante das Planungsziel - die Entlastung Tauchas vom Durchgangsverkehr - nicht wirksam lösen, da sowohl der PKW- als auch der Schwerlastverkehr aus östlicher Richtung weiterhin entlang der alten B 87 durch Taucha fahren würde.
  • Ein Vorschlag die B 87n nördlich an Taucha vorbei zu führen und mit einer neuen Anschlussstelle an die Autobahn A14 anzubinden kann nicht weiterverfolgt werden, da die Mindestabstände zu den bestehenden Autobahnanschlussstellen Leipzig-Messegelände und Leipzig-Nordost zu gering wären. Hier wäre also eine genehmigungsfähige Variante nicht zu finden.
  • Ein Korridor mit einer kurzen südlichen Umfahrung von Taucha mit einer neuen Anschlussstelle an die A14 zwischen den AS Leipzig-Nordost und Leipzig Ost konnte ebenfalls aufgrund zu kurzer Anschlussstellendistanzen nicht weiterverfolgt werden.
  • Ein weiterer Vorschlag in diesem Korridor sah vor, die Ortsumgehung entlang der Otto-Schmidt-Straße zurück auf die bestehende B 87 zu führen. Da hier mit zahlreichen Konflikten mit der angrenzenden Bebauung und mit einer Funktionsüberlagerung (Aufenthalt, Erschließungsverkehr, Durchgangsverkehr) zu rechnen ist und durch die umwegige Streckenführung die verkehrliche Wirksamkeit als gering bewertet wird, wurde dieser Ansatz ebenfalls nicht weiterverfolgt.
  • Im Raum südlich von Taucha wurde des Weiteren eine Lösung vorgeschlagen die den Verkehr von Jesewitz ausgehend auf die Bundesstraße B6 leitet. In Anbetracht der Auslastung der B6 und der ebenfalls voraussichtlich mangelnden verkehrlichen Wirkung für die Stadt Taucha wurde dieser Ansatz jedoch verworfen.

Die folgenden Korridore konnten bei einer Prüfung nicht verworfen werden und wurden daher mit den Teilnehmenden in den Planungswerkstätten tiefer diskutiert.

  • Ein Korridor im Stadtgebiet Tauchas, der eine bestandsnahe Variante unter Einbeziehung einer teilweisen Untertunnelung des Stadtgebiets Taucha vorsieht. Hier wurden mit den Teilnehmenden gemeinsam mögliche Streckenverläufe und Herausforderungen für eine Tunnellösung diskutiert. Dabei wurden auch Lösungsvorschläge für eine Entlastung der bestehenden Autobahnanschlussstelle Leipzig Nordost gesammelt und von den Fachplanern aufgegriffen.
  • Von mehreren Teilnehmenden der Planungswerkstätten wurden Varianten in einem Korridor südlich von Taucha mit Anschluss an die Autobahnanschlussstelle Leipzig-Ost vorgeschlagen. Eine Lösung in diesem Bereich ist sowohl zielführend im Sinne der Entlastung Tauchas vom Durchgangsverkehr als auch technisch, rechtlich und wirtschaftlich darstellbar. Gleichwohl ist den Teilnehmenden der Planungswerkstatt bekannt, dass in der lokalen Öffentlichkeit starke Vorbehalte und Widerstände gegen eine Lösung südlich von Taucha bestehen. Um einen weitergehenden Variantenvergleich zu ermöglichen und da eine bestandsnahe Variante ebenfalls nicht widerstandsfrei ist entschlossen sich die Teilnehmenden der Planungswerkstatt, die südlichen Varianten vorerst nicht auszuschließen.

Beide Varianten wurden von den Teilnehmenden der Planungswerkstatt durch eine Vor-Ort Begehung näher untersucht, und in diesem Zuge Herausforderungen und mögliche technische Lösungsansätze diskutiert. Dabei wurden mit Unterstützung der Fachplaner die Vor- und Nachteile beider Varianten herausgearbeitet und festgehalten.

Diese Vor- und Nachteile der bestandsnahe Variante als auch der Varianten südlich der Stadt Taucha sind nun Gegenstand der öffentlichen Online-Diskussion.