Stellungnahme der Bürgerinitiative „Keine B87n durch Taucha“e.V. zu den Zwischenergebnissen der Planungswerkstätten

Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine Stellungnahme der Bürgerinitiative „Keine B87n durch Taucha e.V.". Der Inhalt spiegelt nicht die Position der DEGES oder des Gremiums "Planungswerkstatt" wieder.

Am 30.03.2019 hat bereits die 3. von 4 Planungswerkstätten der DEGES zum geplanten Verlauf der B87n stattgefunden. Auch unsere Bürgerinitiative hat mit jeweils einem Vertreter an den bisherigen Planungswerkstätten teilgenommen.
Im Rahmen der 3. Planungswerkstatt wurde nach unserer Auffassung die Tunnelvariante durch Taucha als die von einigen Teilnehmern bevorzugte Lösung herauskristallisiert. Die noch als Ergebnis der 2. Planungswerkstatt als gleichberechtigt zu untersuchende Südvariante mit den möglichen Verläufen a) nördlich von Sehlis und b) südlich von Sehlis wurde von diesen Teilnehmern mit der Argumentation der Durchschneidung der Endmoränenlandschaft und Kreuzung der FFH-Gebiete in der Rangfolge zurück gedrängt.
Aber gerade im Rahmen der 2. Planungswerkstatt wurden von den an allen Planungswerkstätten vertretenen Fachplanern praktikable zu untersuchende Lösungsvorschläge zur Querung des FFH-Gebietes und Minimierung der Landschaftseingriffe durch z.B. Stelzen- und Trog- bzw. Tunnellösungen vorgestellt.

Bei der innerstädtischen Tunnelvariante bedeutet das je mindestens 4 Fahrspuren an den Tunnelein-/ausfahrten (mind. 2 Fahrbahnen im Tunnel, je 1 Spur für Auf- und Abfahrten) mit entsprechenden Abständen mitten in der Stadt, am FFH-Gebiet Parthenaue und zwischen vielen Wohngebieten. Durch den Neubau werden meterhohe Lärmschutzwände erforderlich, die dann mitten durch die Stadt verlaufen.

Die Tunnelvariante durch Taucha soll in der Nähe des jetzigen Busbahnhofs beginnen und an der Einmündung der Graßdorfer Straße auf die B87 enden.
Die Probleme liegen jeweils im oberirdischen Bereich.

Der Eingang zum Tunnel soll sich mitten in der Tauchaer Westvorstadt, nahe Lindnerstraße, unweit der Südstraße, Bahnhofstraße, Schillerstraße, Herderstraße, Höhe Subway befinden. Die Wohngebiete Sonnenring, Zwicksche Siedlung, Parthecentrum werden keine Verbesserung erfahren.

Der Tunnelausgang soll sich ca. am jetzigen Netto-Markt zwischen Graßdorfer Straße und Glockentiefe befinden. Das dortige FFH-Gebiet müßte wohl „geopfert“ werden. Notwendige Schallschutzbauwerke würden die Stadt dort endgültig trennen. Dagegen könnte bei einer tatsächlichen Entlastung durch eine Südvariante die Stadt Taucha auch an dieser Stelle wieder mehr zusammenwachsen.

Eine Tunnelvariante könnte sicherlich viel Entlastung bringen, aber dann müssen die Einfahrten außerhalb des (Kern-)Stadtgebietes liegen, z.B. Nähe Pönitzer Dreieck und in der Nähe der A14. Ein kürzerer Tunnel wäre wieder keine nachhaltige Lösung für die Probleme in Taucha.

Zusammenfassung:

  • Durch eine kurze Tunnelvariante (Länge ca. 850 m Luftlinie) erreichen wir keine Entlastung für wesentliche Teile der Stadt
  • Durch eine kurze Tunnelvariante schaffen wir uns Verkehrsknotenpunkte mitten in der Stadt mit allen Emissionen, die diese mit sich bringen.
  • Für eine kurze Tunnelvariante müssten bestehende Gebäude abgerissen werden, ggf. drohen hier Enteignungen.
  • Durch die Realisierung einer kurzen Tunnelvariante entstehen erhebliche Belastungen der Tauchaer Bürger während der Bauzeit, die sicher einige Zeit / Jahre andauern werden.
  • Nur eine lange Tunnelvariante mit Einfahrt nah der A14 und Tunnelausfahrt frühestens an der Einmündung der Cradefelder Straße (Tunnellänge Luftlinie ca, 1,6 km) mit langsamen Anstieg der Straße bis zum Pönitzer Dreieck kann Entlastung für Taucha bringen
  • Dagegen kann bei der Südvariante durch Auflagen eine umweltverträgliche Streckenführung z.B. durch geschlossenen und begrünten Trog bei der Querung des FFH-Gebietes und praktisch ohne zusätzliche Belastungen für die Einwohner von Taucha während der Bauzeit erreicht werden.
  • Durch geringere Kosten für den Bau der Südvariante kann hier die Länge des gedeckelten, begrünten Troges großzügig um die Orte Sehlis und Plösitz sowie unter dem FFH-Gebiet entlang geführt werden.
  • Eine Stelzen- oder Brückenlösung ist für die Südvariante an den angeführten Orten wegen Lärm-,Feinstaub- und Stickoxidbelastung auch nicht zielführend.

Vielen Dank.

Ihre „Keine B87n durch Taucha e.V.“