Hohe Akzeptanz für eine B87 mit Tunnel

Beim Bürgerforum am 9. September 2019 in der Grundschule „Am Park“ in der Stadt Taucha wurde deutlich, dass eine Tunnellösung für die B 87 eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erfährt. Nicht nur der Bürgermeister Tobias Meier, auch Vertreter von Umweltverbänden, Landwirte und zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner machten deutlich, dass ein bestandsnaher Verlauf der B 87 parallel zur Bahntrasse eine bevorzugte Variante darstellt, um die Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Die ebenfalls diskutierte Südvariante, welche die Zerschneidung der Landschaft rund um die Parthenaue mit sich brächte, wurde in hohem Maße abgelehnt. Verschiedene Bürgerinitiativen überreichten insgesamt rund 1.000 Unterschriften gegen den Neubau der B87 im Süden der Stadt. Auch großflächige Transparente, die auf die Notwendigkeit zum Schutz der Parthenaue hinwiesen, wurden an die DEGES als Vertreterin des Vorhabenträgers überreicht.
Das Stimmungsbild auf dem Bürgerforum war demnach deutlich: Nur eine bestandsnahe Variante mit einem Tunnel im Bereich des Bahnhofs würde von der Bevölkerung unterstützt werden. Die DEGES machte jedoch auch darauf aufmerksam, dass nach dem Abschluss des frühzeitigen freiwilligen Beteiligungsverfahrens „B87 im Dialog“ nun noch das gesetzlich vorgeschriebene Genehmigungs- und Zulassungsverfahren durchgeführt werden müsse. In diesem müssten z.B. zahlreiche naturschutzfachliche Gutachten wie auch technische Machbarkeitsuntersuchungen durchgeführt werden. Dabei ist es auch gesetzlich vorgesehen, dass im Sinne der Vergleichbarkeit unterschiedliche Varianten für den Verlauf der B87 untersucht würden. Ergebnis des Genehmigungs- und Zulassungsverfahren ist dann die Vorzugsvariante, welche durch das Bundesverkehrsministerium genehmigt würde.
Werner Breinig, Projektleiter der DEGES, machte deutlich, dass mit dem Beteiligungsverfahren „B87 im Dialog“ Neuland beschritten wurde: „Wir versuchen, die Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess mit einzubeziehen und haben intensiv in einer Planungswerkstatt mit zwanzig repräsentativen Personen gerungen, um eine Lösung zu finden. Wir haben zehn Monate lang mit ihnen diskutiert, gestritten, Meinungen ausgetauscht. Das ist ein Novum.“ Er zeigte sich angetan von den Ergebnissen und würdigte die sachliche und konstruktive Diskussionskultur im Prozess. Es zeige sich, dass es für komplexe und konfliktträchtige Infrastrukturprojekte sinnvoll und hilfreich sei, frühzeitig die Öffentlichkeit zu beteiligen.
In der Präsentation des Bürgerforum sowie im Auswertungsbericht sind detaillierte Informationen zu den diskutierten Varianten für die B 87 dargestellt.