Historie der Planungen zur B 87 - Ein Neuanfang

Was ist bis 2013 passiert? Historie der Straßenplanung B 87n

Die Bundesstraße B 87 bei Leipzig hat eine lange Planungshistorie, in welcher sich sowohl die Ziele als auch die Rahmenbedingungen verändert haben. 

  • Anfang der 90er Jahre: Erste Ideen zur B 87n sind im Gespräch.
  • 2003: Im Landesentwicklungsplan wird eine leistungsfähige Verbindung von Mitteldeutschland und Mittelpolen über Leipzig und die Lausitz beschlossen.
  • 2004: Die B 87 n wird in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen.
  • 2009: Eröffnung des Raumordnungsverfahrens. Geplant ist hier ein vierstreifiger Neubauquerschnitt von Leipzig bis östlich Torgau.
  • 2010: Aussetzung des Raumordnungsverfahrens.
  • 2013: Teilung des Verfahrens in zwei Abschnitte: Für den Abschnitt zwischen Eilenburg bis zur Landesgrenze wurde die Vorzugslinie bestätigt. In diesem Verfahren konnte für den Abschnitt Leipzig (A14) bis Eilenburg keine Vorzugslinie definiert werden. Der Grund dafür waren u.a. hohe ökologische Raumwiderstände – z.B. naturschutzfachliche Belange (Beispiel Parthenaue).
  • Anfang 2015: Das ausgesetzte Raumordnungsverfahren zum Vorhaben Neubau B 87n Leipzig (A14) – Landesgrenze Sachsen/Brandenburg wird offiziell endgültig eingestellt. Seit der Beantragung des Raumordnungsverfahrens im Jahr 2009 waren sechs Jahre vergangen. Die damals wesentlichen Rahmenbedingungen für einen autobahnähnlichen Neubau (wie bisher im Bundesverkehrswegeplan 2004 vorgesehen und in das Raumordnungsverfahren eingebracht) waren nicht mehr gegeben. Auf Basis dieses Raumordnungsverfahrens konnte daher keine Entscheidung mehr getroffen werden.

Was ist seit 2013 passiert?

2013 wurde der DEGES das Verfahren übertragen. Das Gesamtprojekt B 87n Leipzig (A 14) – Löhsten (Landesgrenze Sachsen/Brandenburg) wurde im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 in fünf Teilprojekte eingeteilt:

  • Teilprojekt 1 : Leipzig (A 14) – Eilenburg
  • Teilprojekt 2: Nördl. Eilenburg – westlich Torgau
  • Teilprojekt 3: Ortsumfahrung Torgau
  • Teilprojekt 4: Östlich Torgau
  • Teilprojekt 5: Ortsumfahrung Löhsten

Die Planungen konzentrierten sich zunächst in erster Linie auf das Teilprojekt 2 des Bundesverkehrswegeplans.
DEGES erstellte die Vorplanungsunterlagen für den Planungsabschnitt nörlich Eilenburg - östlich Mockrehna. Auf der Basis einer aktuellen Verkehrsprognose wurden verschiedene Varianten für eine Umverlegung der B 87n im Bereich der Ortsdurchfahrten Doberschütz und Mockrehna untersucht und bewertet. Eine Vorzugsvariante wurde erarbeitet und soll Ende 2018 zur Bestätigung durch das Bundesverkehrsministerium vorgelegt werden. .

Im Planungsabschnitt östlich Mockrehna – westlich Torgau wurden durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) die Baumaßnahmen bzw. Planungen zu den AOSI-Abschnitten (AOSI = Außenortsstraßensicherheit) weiter vorangetrieben.

Für das Teilprojekt 1 zwischen Leipzig und Eilenburg wurden weitere umfassende verkehrliche Untersuchungen vorgenommen. Die im Sommer 2017 vorgelegten Ergebnisse der Straßenverkehrszählung 2015 (SVZ 2015) wurden für die aktuelle Berechnung der Verkehrsprognose 2030 herangezogen. Auf dieser Basis konnten verschiedene Planfälle berechnet und bewertet werden.
Darüber hinaus fanden mehrere Abstimmungstermine zur weiteren Vorgehensweise in diesem Abschnitt zwischen der Stadt Taucha, der Region, dem Sächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr (SMWA) und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) statt.
Im Ergebnis dieser Abstimmungen wurde dem Vorschlag der DEGES entsprochen und ein kooperatives, partizipatives Beteiligungsverfahren initiiert.

Im Frühjahr 2018 wurde die einzelnen Fachplanungsbüros sowie die externe Moderation für das Verfahren beauftragt.