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Umweltaspekte - Bestandsnahe Variante

Worum geht’s bei dem Thema?

Mit dem Straßenverkehr sowie auch mit dem Bau neuer Straßen gehen erhebliche Auswirkungen für die Umwelt einher.

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Nutzen und Kosten - Bestandsnahe Variante

Worum geht’s bei dem Thema?

Für die Genehmigungsfähigkeit einer neuen Straße durch das Bundesverkehrsministerium spielt das Verhältnis zwischen dem zu erwartenden Nutzen

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Umweltaspekte - Südvariante

Worum geht’s bei dem Thema?

Mit dem Straßenverkehr sowie auch mit dem Bau neuer Straßen gehen erhebliche Auswirkungen für die Umwelt einher. In einer gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung wird ermittelt, welche Umweltauswirkungen mit den betrachteten Varianten verbunden sind. Die strengen gesetzlichen Auflagen – zum Beispiel aus der europäischen FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) – stellen zwar eine Hürde für die Straßenplanung dar, sind jedoch im Sinne des Umweltschutzes unerlässlich.

Neben dem Schutzgut Mensch spielt für das gutachterliche Zulassungsverfahren der Schutz von Tieren, Pflanzen, der biologischen Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft eine entscheidende Rolle. Zu berücksichtigen sind unter anderem die Zerschneidungs- und Barrierewirkungen von neuen Straßen, die Flächeninanspruchnahme hinsichtlich der Versiegelung und Überbauung sowie Schadstoffeinträge und Lärmimmissionen mit sich bringen.

Schreiben Sie uns unten auf dieser Seite Ihren Kommentar.

Vorteile der Südvariante

Aus Umweltgesichtspunkten hat die Südvariante im Vergleich zu einer bestandsnahen Variante keine signifikanten Vorteile.

Nachteile der Südvariante

Die Variante weist folgende Nachteile auf:

  • Flächeninanspruchnahme von Biotopen
  • Zusätzliche Zerschneidung der Landschaft, der Landschaftsschutzgebiete und unzerschnittener, für Tier- und Pflanzenwelt störungsarmer Räume
  • Barrierewirkung der Trasse, Isolation von Lebensräumen, Störung des Biotopverbunds und Beeinträchtigung von Artengruppen
  • Verlauf der Trasse innerhalb eines regionalen Grünzuges (vgl. Regionalplan)
  • Verringerung der Grundwasserneubildung durch Versieglung und Verdichtung im Trassenbereich. Ggf. Beeinträchtigungen des Grundwassers durch stoffliche Emmissionen
  • Zerschneidung von regional bedeutsamen Kaltluftentstehungsgebieten und Gebieten mit sehr hoher Kaltluftproduktion (vgl. Regionalplan)
  • Beeinträchtigung von Landschaftsbildeinheiten und Überformung der Landschaft durch Bauwerke (Störung von wesentlichen Sichtbeziehungen)
  • Der Trassenverlauf wäre nur unter hohen Auflagen (Artenschutzmaßnahmen, umfangreiche Kompensationsmaßnahmen) zulässig

Eine Betroffenheit / Beeinträchtigung des FFH-Gebiets kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Eine Übertragbarkeit der Ergebnisse der FFH-Verträglichkeitsprüfung von 2009 zur damaligen Hauptvariante I - Süd 1 (erhebliche Beeinträchtigungen auf das FFH-Gebiet wurden ausgeschlossen) auf die hier betrachtete Varianten ist unter aktuellen Gesichtspunkten vertieft zu prüfen.

Relevant für die Querungen der Parthe ist nicht nur die Breite der Parthenaue (FFH-Gebiet), sondern auch die in diesem Gebiet befindlichen FFH-Lebensraumtypen (FFH-Gebietsflächen inklusive der  Überschwämmungsgebietsflächen der Parthe).

Die Querung (und ggf. Zerschneidung) des FFH-Gebietes wäre nur unter strengen Auflagen zulässig und würde eine hohe Anforderung an die Genehmigungsfähigkeit stellen.

Kommentare

Moderationskommentar

"Nachteile Südvariante:
Fruchtbares Ackerland geht unwiederbringlich verloren, was dem verstärkten Ausbau des Straßennetzes auf Grund der widersprüchlichen Verkehrspolitik unserer Regierung in Berlin (keine Vermeidung überflüssiger und unnützer Transporte aller Ortens sowie Verlagerung von Transportleistungen von der Schiene auf die Straße) zur Folge hat!"

Wenn ich die Umweltaspekte der bestandsnahen Variante und der Südvariante vergleiche bevorzuge ich die Südvariante! Bei Beiden kommt es zu Eingriffen ins Ökosystem, aber bei der Südvariante bleiben die Tauchaer Bürger auf der Strecke. Die Belastung durch Lärm und Abgas ist im Bereich der B87 schon jetzt kaum mehr erträglich. Ich wünsche mir eine wirkliche Ortsumgehung!

Die Aussage "bei beiden kommt es zu Eingriffen ins Ökosystem" greift leider etwas kurz, da die Dimension und Tiefe des Eingriffes - wenn man die Auflistung für beide Varianten vergleicht - signifikant unterschiedlich ausfällt.
Tatsächliche Entlastung ist nur mit alternativen Verkehrsangeboten möglich.

In Ihrer Aussage "bei der Südvariante bleiben die Tauchaer Bürger auf der Strecke" ignorieren Sie offensichtlich die Tauchaer Bürger, welche direkt von der Südvariante betroffen sind, Bürger in Plösitz, Sehlis und Dewitz - dies sind ja wohl auch Tauchaer Bürger. Aber sind es schlechtere Bürger als Sie? Genau diese Bürger wollen Sie dann jetzt also belasten , um sich selber zu entlasten. Ziemlich scheinheilig ...
Auch ignorieren Sie diejenigen vielen Tauchaer Bürger, welche die einmalige Parthenaue nahezu täglich für Erholung und Freizeitgestaltung aufsuchen und welche die Natur um die Stadt Taucha herum überhaupt als Grund gewählt haben nach Taucha zu ziehen. Auch ignorieren Sie offensichtlich die wichtige Rolle der (unzerstörten) Parthenaue für das lokale Kleinklima um Taucha - u.a. als Kaltluftentstehungsgebiet. Wenn Sie also hier über "die Tauchaer Bürger" sprechen, dann bitte aber über alle Tauchaer Bürger und nicht nur über die wenigen die sich durch die jetzige B87 belastet fühlen. Der Verkehr in Taucha wird übrigens durch keine der Südvarianten entlastet werden. Auch das gehört zur Wahrheit.

Es muss im Sommer nur mal 2 Wochen am Stück ordentlich regnen, um die Parthe weit über ihre Ufer treten zu lassen. Nicht für umsonst sprechen wir hier von der ParthenAUE.
Die Aue-Gebiete in und um Leipzig sollten als wichtige Grundlage für Grundwasser, Flora und Fauna geschützt werden. Des weiteren sind die Gebiete auch landwirtschaftlich wichtige Faktoren, die durch eine Bundesstraße qualitativ unverhältnismäßig in Mitleidenschaft gezogen werden.
Zumal es keine Variante gibt, die dieses Gebiet ökologisch vertretbar umgehen, überbrücken oder untertunneln lässt.

Als Anwohner kann ich diese Aussage nur bestätigen. Oft kommt es im Frühjahr dazu das die Parthe mehrere Meter über die Ufer tritt. Die Aue fungiert in solchen Zeiten wie ein natürliches Flutbett, welches auch Taucha! vor Überschwemmungen schützt. Würde man eine Straße in einem solchen Ausmaß errichten würde nicht nur das schützenswerte Ökosystem zerstört werden, sondern auch der natürliche Schutzmechanismus der Aue verloren gehen. Was passiert wenn Flüße begradigt werden sieht man beispielsweise an der Luppe in Leipzig. Dort existiert kein Auwald mehr der Leipzig vor Hochwasser schützt.

Ja, die Zeit seit Februar wurde genutzt und die Südvariante ist auch durch die DEGES nicht mehr haltbar. Zumindest hat man offenbar viele Argumente der Bürger und der Stadt aufgenommen und ist natürlich selbst durch viele Projekte erfahren genug, die Situation realistisch und richtig einzuschätzen, um trotz der o. g. Nachteile dort bauen zu wollen.

Man will doch eine Lösung und nicht nochmal berechtigte Proteste sehr vieler Bürger aus Plösitz, Dewitz, Sehlis, Panitzsch, Neubauerndorf-Ost und angrenzender Ortsteile. Viele sind schon durch immer stärkeren Fluglärm entlang der Abflugroute bei Ostwetterlage stark benachteiligt.

Was bleibt?
1. Eine mehr oder weniger lange Tunnelvariante entlastet zumindest Taucha sehr stark. Ich bevorzuge eine maximal lange Tunnelvariante.
2. Eine nochmalige Prüfung aller Möglichkeiten incl. Ausnahmegenehmigungen bezogen auf eine Nordumfahrung von Taucha incl. Gordemitz und Jesewitz. Bei Realisierung müsste der LKW-Durchgangsverkehr dann zwingend geregelt werden für die von Süden kommenden Fahrzeuge.
3. Ein schneller Ausschluss der unrealistischen Südvarianten. Hierzu ist schon sehr viel gesagt und geschrieben worden.
Ich habe eine Vermutung, warum die Südvarianten überhaupt betrachtet werden. Doch dies behalte ich für mich.

Verdammt noch mal, lasst die Parthelandschaft endlich in Ruhe. Ihr Alle habt bestimmt den UN Bericht vom Weltbiodiversitätsrat IPBES verfolgt, wie schlecht es um unseren Planeten steht. Ca. 1 Millionen Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Ein Grund ist die exzessive Landnutzung. Wir sind dabei, den Reichtum aus Millionen Jahren Evolution zu vernichten. Diesen Bericht haben 145 Wissenschaftler über 3 Jahre erarbeitet. Hier muss eine nachhaltige Lösung her und keine vernichtende. Dann muss es eben so bleiben wie es ist. Die Mobilität wird sich so oder so in den Jahren verändern, hin zu weniger Autos. Es gibt schon gute Ansätze hierfür. Die Forscher schlafen nicht.

...da drüben geht es Euch doch nur um eure Ruhe. Die Umwelt interessiert Euch einen Scheiß! Diejenigen aus Sehlis, die immer am lautesten geschrien haben, fahren die größten Dreckschleudern! Ihr habt nur Angst, dass ihr beim Ringelbietz am Klangstein durch Verkehrslärm gestört werden könntet.

in der Diskussion. Das gefällt mir nicht.
Legen wir alle bisherigen Einsprüche gegen die Südvariante nebeneinander, dazu die Tauchaer Erklärung, weitere aktuelle Stellungnahmen im Internet usw., dann kann man keine Südvariante bauen. Das weiß auch die DEGES. Aber die Nordvarianten wurden verworfen, also brauchte man - wie bei anderen Entscheidungsprozessen auch hier - eine zweite Variante, um die Tunnenlösung begründen zu können. Die wird sehr teuer. Dazu Ortumfahrungen um Gordemitz und Jesewitz.

Es sei denn, man findet eine nördliche Lösung. Die belastet dann wieder andere.

Moderationskommentar

Liebe Teilnehmende,

bitte beachten Sie die Regeln des Dialogs: https://www.b87-im-dialog.de/regeln.
Ich möchte Sie bitten, bei Ihren Beiträgen auf eine respektvolle und sachliche Formulierung zu achten. Pauschalisierende Anschuldigungen und/oder Mutmaßungen sind nicht erwünscht.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Schröter (Moderation)

Hiermit sprechen wir uns gegen eine Trassenführung durch das Gebiet der Parthenaue aus. Die Parthenaue ist ein Flora-Fauna-Habitat und als solches unbedingt schützens- und erhaltenswert. Es ist eines der sensibelsten Biotope in diesem Raum. Wir appellieren an die Entscheidungsträger, sich ihrer Verantwortung, auch für kommende Generationen, bewusst zu sein. Auch der kürzlich veröffentlichte UN-Artenschutzbericht zeigt, dass es höchste Zeit zum Umdenken ist, um die weitere Zerstörung unserer Umwelt aufzuhalten. Nach diesem alarmierenden Bericht verbietet sich eine solche Trassenführung geradezu. Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Parthenaue sowie weitere Initiativen haben sich seit ca. 10 Jahren mit großem Engagement gegen die Zerstörung der Parthenaue und für eine sinnvolle Lösung diesbezüglich eingesetzt. Wir haben die ganzen letzten Jahre gebangt, waren dann aber voller Hoffnung, dass die Politiker dem Schutz dieses Landschaftsschutzgebietes gerecht werden und nun beginnt wieder alles von vorn. 2013 gab es die Tauchaer Erklärung, in der sich die gesamte Region für die Trassenführung über die B2/S4 (Nordvariante) ausgesprochen hat. Diese Entscheidung sollte auch Jahre später noch akzeptiert werden. Eine neu gebaute Straße zieht wieder mehr Verkehr an und erhöht damit auch die Umweltbelastung, außerdem wird der Verkehr durch Taucha gewiss nicht in gleichem Maße abnehmen. Den Korridor nördlich von Taucha wegen zahlreicher Ampelanlagen auszuschließen, ist nun wirklich überhaupt kein Argument. Die einzige zukunftsfähige Lösung kann nur sein, langfristig Verkehrsströme zu reduzieren, statt neue Straßen zu bauen.

In Anbetracht der Entwicklung der Menschenheit auf dem Planeten, der Zubauung unserer Lebensräume in Deutschland und der unaufhörlichen Zerstörung natürlicher Lebensräume ist die Südvariante nicht haltbar. Ein Tunnel ist eine sehr gute Idee, da dort bereits Bestand vorhanden ist und die Umweltnachteile geringer ausfallen.
Einige haben hier den Kostenfaktor gegen die bestandsnahe Lösung genannt, das halte ich für bewusstes "Schönreden"...die hier angesprochenen Entschädigungsmaßnahmen und Auflagen für die Umwelt kosten mit Sicherheit sehr viel, ganz abgesehen von den unbezahlbaren Kosten für Tiere, Pflanzen, Menschen, Luft, Wasser, Lebensqualität.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Variante, bei den genannten Nachteilen für geschütze Gebiete, überhaupt rechtlich möglich ist, wenn eine andere, weniger eingriffsintensive Variante denkbar ist.
Ein Tunnel ist die bestmögliche und effizienteste Nutzung des (knappen) Raumes!
Angenommen wir wirtschaften, wachsen, bauen so weiter wie bisher, stünde der Tunnel eventuell ansonsten in 20 Jahren an...weil alle Landschaft vollgebaut ist....
Möglicherweise dauert der Bau eines Tunnels länger, doch das sind sehr kurzfristigen Nachteile, verglichen mit der unwiderbringlichen Zerstörung uralter Lebensräume.

Nebenbei: mich amüsiert es beinahe ein bisschen, dass niemand der Beteiligten die Autos und den Lärm ertragen möchte und alle die andere Variante jeweils für eine "Frechheit" halten...an der Stelle wäre es vielleicht angebracht über die Nutzung von Autos nachzudenken - durch Politik und Individuum. Investition und kostengünstige Angebote für das Zugfahren, halten viele Vorteile bereit - kein Stau, weniger Emissionen jeglicher Art (Schadstoffe, Lärm...), viel effizienter als Individualverkehr, schnell, entspannter als Autofahren, weniger Eingriffe ins Landschaftbild und in natürliche Lebensräume.... einfach toll ;-)

Es gibt keine grenze zwischen Umwelt und schutzgut Mansch. Man darf diese zwei Begriffe nicht trennen. Die Belastung durch Verkehr ist ein akutes und wichtiges Problem. Die Zerstörung von Ackerflächen und natürliche Rückzugsräume für Tier und Pflanzen haben unweigerliche Auswirkung auf den Menschen, nur eben nicht akut sondern im größeren Zeitraum betrachtet.

- Lokale Erzeugnisse brechen weg- überregionale Lieferungen verstopfen ihrerseits wieder den Verkehr.

Vogelarten sterben aus- Schädlingsdruck erhöht sich- erhöhter Insektizideinsatz- mehr Artensterben- usw...- Verarmung von regionalen Anbau- und wieder überregionale Lieferungen- verstopfender Verkehr usw.

Und so kann man es weiterführen. Man muss verstehen das Natur und Umweltschutz immer mit Menschenschutz eihergeht, auch wenn es zeitlich für uns Menschen nicht immer gleich ersichtlich ist. So ist Naturschutz eben nicht nur etwas für "grüne Spinner" sondern tatsächlich ein Thema das uns alle betrifft, unabhängig sozialer Diferenzen.

Man sollte an der Stelle auch als Kreis Taucha viel geschlossener auf Bundes und Europaebene agieren und den Unmut über die irsinnige LKW/ Logistik Politik äußern und Anhand diese Diskussion hier, um die Entlastung Taucha, verdeutlichen wo die eigentliche Ursache liegt. Bauen wir morgen die die Taucher Umgebung zu, wird sie Übermorgen schon nicht mehr reichen.

Ich bin absolut gegen die Südvariante, da sie nichts löst, sondern probleme in vielfältigster weise verlagert und auf natürliche Räume ablegt. Mal Abgesehen von der Lebensqualität der ansäßigen Bevölkerung, die sich durch Lärm und Abgase ebenfalls verschlechtern würde. Und natürlich auch der landwirtschaftlichen und Gätnereischen Betriebe, die hier ansässig sind und künftig ansiedeln wollen. Da gerade um Raum Sehlis sich viele neue Initiativen und Betrieben gründen, die vorallen mit dem Konzept der solidarischen Landwirtschaft arbeiten und Produzenten und Konsumenten direkter zusammenführen. Was einen erheblicher Gewinn für die Stadt Taucha und Umgebung bedeutet.

Philipp Andreß
Kleine Beete

Wieso überhaubt die B87 ausbauen. Als die Kreuzung wegen Bauarbeiten in Taucha längere Zeit gesperrt war, verteilte sich der Verkehr ohne Staus auf andere Straßen wie die B6 oder B2!
Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten! Besser den öffentlichen Nahverkehr ausbauen und kostenlos machen!!

Ich stimmen disen Umweltaspkten voll und ganz zu.

Bei der Suche nach Informationen über die vorkommenden, schutzbedürftigen Arten in der Parthenaue-Landschaft bin ich auf den Fischotter gestoßen. (vergleiche: https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur/natura2000/2019.aspx)

Ausgeführt wird vom Land: "Der Fischotter zählt zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltierarten in Europa. [...] Die aktuellen Gefährdungen des Otters resultieren aus einer Vielzahl von Verlustursachen. Wichtigste Gefährdungsursache ist der anwachsende Straßenverkehr, dadurch sind mehr als 50 Prozent der Fischotterverluste in Sachsen begründet." (Quelle: https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur/18225.htm)

Wie sind die beiden vorgeschlagenen Varianten in Bezug auf diese Aussage hin zu beurteilen?

Moderationskommentar

(Hierbei handelt es sich um einen Stellungnahme seitens der DEGES)
Der Fischotter ist entsprechend aktueller Informationen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen (https://www.umwelt.sachsen.de/ umwelt/natur/natura2000/2019.aspx) als eine von 7 Tier- und Pflanzenarten des Anhangs II der FFH-Richtlinie im FFH-Gebiet Partheaue gemeldet, d.h. die Bewahrung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der Art ist ein Ziel des Schutzgebietes. Daneben ist die Art streng geschützt und unterliegt europäischen und nationalen artenschutzrechtlichen Vorschriften.
Alle Varianten (bestandsnahe Variante und Südvarianten), die nun Gegenstand des 2. Online-Dialogs sind, queren das FFH-Gebiet „Partheaue“. Daher sind in allen Varianten mögliche Auswirkungen auf den Fischotter vertieft zu untersuchen. In diesem Rahmen wären auch Vorkommen des Fischotters durch Kartierungen in einem späteren Genehmigungs¬verfahren zu ermitteln.
Wenn erhebliche Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden können, ist das Vorhaben bzw. die entsprechende Variante unzulässig.
Eine tatsächliche Betroffenheit des Fischotters durch die Varianten (bestandsnahe Variante und Südvarianten) lässt sich derzeit weder sicher ausschließen noch bestätigen. Erst vertiefende Untersuchungen, wie sie für Genehmigungsverfahren gesetzlich vorgeschrieben sind, können darüber Klarheit bringen.
Sicher ist, dass für alle Varianten besondere Vermeidungsmaßnahmen zum Schutz des Fischotters zu planen und umzusetzen wären. Fachlich-wissenschaftliche Erkenntnisse (z.B. https://www.ls.brandenburg.de/media_fast/4055/Fischottererlass_Stand%200...) bilden dafür eine wesentliche Grundlage.
Wichtigste Vermeidungsmaßnahme ist dabei die Gestaltung und Dimensionierung der Brückenbauwerke (insbesondere die Breite) einschl. sog. Leiteinrichtungen.
Damit sind in allen Varianten vertiefte Untersuchungen hinsichtlich des Fischotters erforderlich.

In den letzten Jahren haben tausende Bürger, Bürgerinitiativen, Umweltverbände sowie auch zahlreiche Politiker und Vertreter der Stadt Taucha, umliegender Gemeinden bis hin zu Vertretern von Kreis- und Landtag deutlich Ihren Widerstand gegen eine die Parthenaue zerschneidende B87n zum Ausdruck gebracht.

In der sogenannten „Tauchaer Erklärung“ zur B87n vom 26.01.2013 wurde nach einem langen und intensiven Prozess der öffentlichen Beteiligung und Meinungsbildung der feste, gemeinsame Wille der in der Region zwischen Leipzig und Eilenburg lebenden Menschen, politischer Akteure und Träger öffentlicher Belange bekundet. Diese „Tauchaer Erklärung“ fordert eine leistungsfähige und bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur zwischen Leipzig, Eilenburg und dem Wirtschaftsraum Torgau unter Berücksichtigung folgender Randbedingungen:

1. Bau der B 87n unter Nutzung und Ausbau der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur von B2/S4 mit Ortsumgehungen.
2. Keine Querung der Parthenaue.
3. Keine neue Zerschneidung der Taucha-Eilenburger Endmoränenlandschaft.
4. Entlastung des Straßenverkehrs in der Stadt Taucha.
5. Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs zwischen Leipzig und Torgau.

Eine Vielzahl politischer und gesellschaftlicher Vertreter von Leipzig bis Torgau haben sich damals als Erstunterzeichner hinter die für die Region so wichtige Erklärung und somit gegen eine Querung der Parthenaue gestellt. Erstunterzeichner der „Tauchaer Erklärung“ sind:

- Stadträte der Stadt Taucha
- Gemeinderäte der Gemeinde Borsdorf
- Landratsamt Nordsachsen, vertreten durch den damaligen Landrat Czupalla (CDU)
- Bundestagskandidat der CDU Nordsachsen Marian Wendt
- Kreistagsfraktion Nordsachsen SPD/Grüne
- SPD Kreisvorstand Nordsachsen
- Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU, Kreisverband Nordsachsen,
vertreten durch RA Tschiedel
- NABU Landesverband Sachsen
- NABU Regionalgruppe Partheland
- Regionaler Planungsverband Westsachsen,
vertreten durch Dr. Gey und Prof. Berkner
- Evangelische Kirchgemeinde Taucha
- Evangelische Kirchgemeinde Panitzsch
- Heimatverein Taucha
- Bürgerinitiative Alternative B87 e.V .
- Bürgerinitiative „Keine B87n durch Taucha“ e.V.
- Bürgerinitiative für den Erhalt der Parthenaue und Endmoränenlandschaft e.V.
- Bürgerinitiative B87 Nord
- Mehrere Bürgerlisten aus Taucha und Umgebung

Mit dem aktuellen Zwischen-Ergebnis der Planungswerkstatt der DEGES, zwei Korridore durch die Parthenaue östlich von Taucha in Betracht zu ziehen und näher untersuchen zu wollen, stellt sich die DEGES jetzt gegen den breiten in der Vergangenheit gefundenen Konsens und gegen den ausdrücklichen Willen der Unterzeichner der „Tauchaer Erklärung“.

In Leipzig darf nicht mal ein Paddelboot fahren, wenn der Eisvogel brütet, aber in Taucha bekommt er eine vierspurige Straße. Wieso? Warum muss das Landschaftsschutzgebiet zerstört werden?
Das es eine Lösung für Taucha geben muss ist klar, aber warum denn kein Tunnel . Zum Erhalt der Landschaft und des Klimas wäre es die beste Lösung. neben einem Ausbau der Bahn für den Güterverkehr. Zumal die B 87 ja bis Polen erweitert werden soll, hier kann sich die EU gleich beteiligen an den Kosten

Die Parthenaue sollte unbedingt geschützt werden und bleiben.
Mittlerweile gibts ja selbst im Leipziger "Au"wald kaum noch Auen, da durch die Begradigungen der Flüsse der Grundwasserspiegel soweit gesunken ist, dass kaum noch natürliche Überflutungen und Bachläufe entstehen.
Außerdem steuern wir ja vermehrt auf so heiße Sommer wie den letzten zu, da ist ein Auengebiet ungemein wertvoll und sollte unter allen Umständen geschützt werden!

NEIN!
Durch den Bau, würde ein großer Teil von Fruchtbarem Land zerstört werden! Ebenso müssten Bäume gefällt und Lebensraum der sowieso schon wenigen Tierarten einem Asphaltungethüm weichen!
Zusätzlich kommt noch die verstärkte Lärmbelästigung und die Verunstaltung der Landschaft hinzu! Den wer möchte den Bitte vor seiner Haustüre eine Schnellstraße mit Autobahncharakter?? !! KEINER!!!
Für Taucha würde es im großen und Ganzen nichts bringen, da lediglich das hohe Verkehrsaufkommen verschoben wird, anstatt es zu beseitigen !!

Die Südvariante führt unter anderem direkt durch die Ackergründe eines Bauernhofs der solidarischen Landwirtschaftsinitiative "Sterngartenodyssee", deren Mitglied ich bin. Die Zerstörung und Zerschneidung der Ackerflächen würde dieser Betrieb nicht überleben, der sich wohlgemerkt biodynamischen, nachhaltigen Ackerbau auf die Fahnen geschrieben hat. Ein weiteres zukunftstaugliches Projekt würde hier also dem immer selben Lied von noch mehr Mobilität, noch mehr Flächenversiegelung, ergo auch noch mehr Umweltzerstörung geopfert werden. Das Problem geht freilich über diesen einen Betrieb hinaus: Es stellt sich vor dem Hintergrund der drohenden Klimakatastrophe die Frage, ob es so klug ist, weiterhin den Ausbau der Infrastruktur für Individualverkehr zu forcieren. Zudem ist vor dem Hintergrund des letzten Hitzesommers, dessen es wohl in Zukunft so einige geben wird, jedes unbebaute, biologisch aktive Stück Land unbedingt zu schützen, erst recht wenn auf diesem biodynamischer Anbau und also aktiver Klima- und Bodenschutz stattfindet!

Die Südvariante ist ein ökologisches Desaster! Die Dürre des letzten Sommers hat besonders diese Region sehr hart getroffen, Umwelt und Menschen an die Belastungsgrenze gebracht und große Teile der landwirtschaftlichen Erträge zerstört. Die Versiegelung weiterer Flächen, die Zerschneidung des wichtigen Kaltluftentstehungsgebietes und die immensen Emissionen die mit einem Straßenneubau einhergehen verschlimmern die Situation beträchtlich und tragen ihren Teil dazu bei, dass Dürreperioden wie letztes Jahr bald zur Regel werden können.
Hinzu kommen die katastrophalen Auswirkungen auf die Flora und Fauna. Während in der EU gut klingende Vereinbarungen für den Artenschutz geschlossen werden, wird dies auf regionaler Ebene, wie mit der Südvariante der B87, torpediert.

Es gibt viele Menschen , denen genau an diesem Flecken Land und der wunderbaren Natur hier viel liegt und wir wollen keine Zerstörung von Natur und Ackerflächen durch weiteren Straßenneubau - von dem Straßenverkehr sollten wir schnellstens Abstand nehmen!

Die Aufzählung der Vor- und Nachteile bzgl der Umweltaspekte auf dieser Seite sprechen doch eigentlich schon für sich. Während es aus Umweltgesichtspunkten keine Vorteile gibt, so gibt es doch eine Reihe signifikanter Nachteile. Unter Anderem würde auch Bio-Ackerland kleiner Betriebe zerstört, welche eigentlich mehr Schutzes und Unterstützung bedürfen, als es ohnehin der Fall ist. Der Verkehr (sowohl Transportleistungen als auch Individualverkehr) sollten generell mehr auf die Schienen verlagert werden, öffentlicher Nah- und Fernverkehr ausgebaut und subventioniert werden, statt immer mehr Straßen zu bauen und das vorhandene Geld letztendlich da hinein zu stecken.

Was wäre wenn alle Anwohner und Bewohner der Parthenaue abstimmen könnten? Mensch, Tier und Pflanze?
Die Entscheidung würde eindeutig zum Tunnelbau führen.
Wir maßen uns wieder an, die Interessen einer Minderheit in den Vordergrund zu stellen. Eine Belästigung einiger Anwohner - im Vergleich zu massiver Zerstörung einer schützenswerten Natur, dem Lebensraum Vieler!
Leute, werdet endlich wach!!!! Naturerhalt hat äußerste Priorität, wenn ihr euren Nachkommen noch in die Augen schauen wollt! Hier versucht man schon wieder auszublenden, was auf diesem Planeten schief läuft.

Ich beziehe Gemüse- und Obstlieferungen direkt von den betroffenen Äckern der Südvariante und würde es furchtbar finden, wenn diese Höfe durch die Südvariante zerstört werden würden.

Als Biohof südlich von Halle beliefern wir mit dem Biohof in Taucha über 1000 Menschen in der Sterngartenodyssee .In Kooperation erzeugen wir ein reichhaltiges Angebot von Gemüse für den regional stark wachsenden Biomarkt . Um das Ziel 20 Prozent Bioanbaufläche für Deutschland zu erreichen sollten wir gerade Bioanbaufläche nicht weiter gedankenlos zerstören. Außerdem wird durch die Zerstörung des Bioackers in Taucha das ganze Projekt der Biogemüsekooperation in Gefahr gebracht und somit auch mein Biohof ,der sich nicht einmal in Taucha befindet jedoch von dem Projekt Südvariante unmittelbar so mit betroffen wäre.
Deutschland entwickelt sich bioanbautechnisch immer mehr zu einem Entwicklungsland .In anderen Regionen der Welt wird bereits eine 100 Prozent Ziel Ökoanbau vorangetrieben. Deutschland zählt zu einem der dicht bebautesten Gebieten der Welt. Wir können es uns nicht leisten hier noch mehr Fläche zuzubauen. Ich bin gegen die Südvariante .
Biobauer Johannes Fischer

Die Verdrängung der Natur ist leider kein seltenes Phänomen in Deutschland. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, welche Konsequenzen darauf folgen.
Ich bitte darum, die Südvariante nicht durchzuführen. Für Anbaufläche (z.B. Gemüseanbaubetriebe), Bewohner und Natur.

"keine signifikanten Vorteile" - eigentlich sollte damit alles gesagt sein, oder? Die Nachteile allerdings reichen, wie ebenfalls oben beschrieben, weit über den Streifen Straße hinaus, räumlich und zeitlich. Ich spreche mich entschieden gegen die Südvariante aus!

Meine Familie und ich bestellen Obst und Gemüse von einem Feld, was in dem betroffenen Land wächst (Parthenaue). Es ist mir wichtig, dass diese Umgehungsstraße B87n hier nicht bebaut wird. Autos gibt es genug. Strassen, insbesondere grosse Strassen, verschmutzen die Umwelt, unsere Lebensquelle. Für Tiere ist das besonders gefährlich. Könnten wir nicht stattdessen in etablierte Bahnverbindungen investieren? Und mehr in regionales, bio Essen? Das sind keine naive Ideen, sondern die einzige realistische Weg die wir haben für eine gesunde Zukunft.

Wie kann es uns gelingen die Natur und die biologische, solidarische Landwirtschaft zu schützen? Liebe Verantwortliche, bitte entwickelt doch einen Plan, wo der Verkehr nicht gegen die Natur und Menschen vor Ort arbeitet.
Um die Klimawandel und Ernährung anzugehen, brauchen wir Unterstützung für eine regional ausgerichtete, biologische und solidarische Landwirtschaft auf unseren Felder - möglichst im Einklang mit der Natur

Ich beziehe in Berlin mein Gemüse von einem Hof, der genau von der Südvariante betroffen wäre und möglicherweise dicht machen müsste. Das ist jammerschade, denn es geht hier um großartiges vielfältiges Bio-Gemüse - die beste Alternative zu CO2-emissionsintensiv importierter Ware, die in Monokulturen angebaut wird. Wir müssen die kleinen, nachhaltigen Betriebe in der Region unbedingt bewahren - für eine gesunde Ernährung der Menschen in der Region und eine gesunde Umwelt!

Es mag bestimmt auch nachvollziehbare Gründe für einen solchen Straßenneubau geben, jedoch ist dies langfristig - wie man anhand der aktuellen Diskussion um die Verkehrswende gut nachvollziehen kann - schlicht kein besonders sinnvolles Vorhaben. Zudem würde dadurch eine bestehende naturnahe und damit zukunftsträchtige Landwirtschaft den Betrieb aufgeben müssen. Dies kann nicht das Ziel einer vorausschauenden Politik sein!

Wer meint die Südvariante würde nur "ein paar Äcker" zerschneiden, die genau so gut an anderer Stelle bewirtschaftet werden könnten, irrt und hat zu wenig Ahnung von Landwirtschaft. Die Südvariante würde einen Betrieb zerstören der nachhaltig, biologisch und regional wirtschaftet und zahlreiche Menschen mit gutem regionalen und biologisch angebauten Gemüde versorgt. Der sich in jahrelanger Arbeit humusreiche und lebendige Äcker aufgebaut hat. Zur Artenvielfalt und ökologischem Gleichgewicht beiträgt. Wird diese Oase zerstört werden nicht nur die Menschen die diese Äcker bewirtschaften und die Menschen die von ihm ernährt werden viel verlieren. Sondern die ganze Region wird verlieren.

Ich habe mich gefragt ob es Zufall ist, dass beide Vorschläge für die Südvariante durch unseren biologisch-dynamischen Gemüse und Ackerbaubetrieb gehen und zusätzlich die eine noch durch den ökologischen Gemüsebaubetrieb in Sehlis. Beide sorgen für eine regionale Versorgung.
Von April bis Oktober gibt es auf unserem Betrieb durchgängig Blühflächen. Eine Vielzahl von Insekten u.a. Wildbienen hat sich eingefunden.
Über 20 Jahre hinweg haben wir den Boden durch den Anbau fruchtbarkeitsfördernder Pflanzen gepflegt.
Die wiederholten Bodenanalysen zeigen einen Anstieg des Humusgehaltes. Er ist auch an der dunkleren Bodenfarbe zu erkennen. Wir haben viel Zeit und auch Geld in den Boden investiert, weil es mir wichtig ist, ihn zukünftigen Generationen in bestem Zustand zu übergeben.
Die Jugendlichen gehen auf die Straße, unter anderem, weil sie sich nicht gehört fühlen.
Ihre Lebensgrundlage zuzubetonieren, ist das eine gute Antwort?

Volle Unterstützung. Sie leisten grossartiges für die Region.

Zerstörung der Natur für Straßenbau und noch mehr Autos macht überhaupt keinen Sinn mehr im Angesicht unseres globalen Klimaproblems. Es wird hier wertvolles Land von nachhaltig bewirtschafteten Betrieben zerstört, damit ein paar Menschen Ruhe vor der Haustür haben? Eine Lösung in Richtung weniger Verkehr ist zukunftsorientiert und sollte oberste Priorität haben. Für die Bürger_innen von Taucha muss es eine vor Lärm schützende Alternative geben, ohne dabei Land zu zerstören, welches deren Überleben zukünftig überhaupt mit ermöglicht. Die Tunnel Variante scheint sinnvoll.

Offensichtlich hat die Südvariante aus umweltsicht nur Nachteile. Bei ihrer Umsetzung würde eine Landschaft zerstört, die für die gesamte Umgebung Umweltsystemleistungen erbringt. Dieser Schaden wäre nicht wieder gut zu machen. Warum wird diese Variante noch diskutiert? Dies ist absolut verantwortungslos.

Aus Umweltsicht hat die Südvariante keine Vorteile. Sie würde jedoch eine Landschaft zerschneiden, welche für die gesamte Region wichtige Umweltsystemleistungen erbringt. Dieser Schaden wäre nicht wieder gut zu machen! Warum wird sie noch diskutiert? Das ist verantwortungslos.

Die Vernichtung von Naturraum, Lebensraum von Mensch, Tier und Pflanze darf nicht geplant und keinesfalls umgesetzt werden.
Im Bereich der Südvariante geht es um
-Artenschutz,
-eine Kaltluftschneise, die neben klimatischen Faktoren die Funktion der Versorgung der Großstadt Leipzig mit Frischluft erfüllt
-eine geologisch einzigartige Endmoränenlandschaft mit all ihren Besonderheiten
-die Erhaltung von Lebensraum
-ein einzigartiges naturnahes Naherholungsgebiet
-naturnahe, COx-neutrale Freizeitgestaltung
-die Verhinderung hunderte Meter breiter toter Räume beidseits der geplanten Trasse

All diese schutzwürdigen Güter müssen erhalten bleiben. Stoppt die Südvariante!

Die Südvariante löst die Probleme in Taucha nicht, sondern schafft nur zusätzliche Probleme. Gründe:

- Bereits jetzt ist die B6 an der Anschlussstelle Leipzig Ost häufig verstopft und es kommt zu Staus. Eine Aufnahme des zusätzlichen Verkehrs der B87 wird nicht sinnvoll möglich sein.
- Auch mit Südvariante würde weiterhin der Verkehr entlang der alten Streckenführung beträchtlich sein, denn um den zu erwartenden extremen Staus an der B6 zu entkommen, würde man zwangsläufig wieder auf die Ortdurchfahrung durch Taucha ausweichen.
- Mit der Südvariante werden die angestrebten Ziele nicht erreicht. Mehr Staus, mehr Emissionen und mehr Lärm wären die Folge. Der Ortskern von Taucha wird weiterhin hochfrequent durchfahren und zusätzlich hätte man die einzigartige Parthenaue zerstört und den Ortsteil Panitzsch gleich in drei große Straßen eingekesselt (A14, B6, B87n).

Fazit: Tunnel durch Taucha ist die beste und nachhaltige Lösung. Wir sollten langfristig denken. Die Südvariante ist aus Umweltaspekten verheerend, da sie nur Probleme schafft, aber keine löst.

Dieser Kommentar wurde durch die Moderation bearbeitet, da personenbezogene Daten enthalten waren. Achten Sie bitte darauf, solche Daten nicht in diesem Dialog zu veröffentlichen, wie es unter Dialogregel 6 beschrieben ist (https://www.b87-im-dialog.de/regeln).

Schutzgut Umwelt
Weil die Realisierung der SNV einen irreparablen Schaden am FFH-Ge-biet, immerhin ein streng geschütztes, teilweise noch in Entwicklung befindliches Biotop, und dessen Umfeld darstellt, verbietet sich eigent-lich die Ausweisung einer Trassenvariante mit Parthequerung im Ab-schnitt zwischen Sehlis und Dewitz. Dennoch will die DEGS allen Anschein nach mit aller Gewalt gerade hier durch. Dagegen spricht folgendes:

a.) Vorab weise ich darauf hin, dass der im Internet nicht abrufbare Managementplan 2006 für das FFH-Gebiet 212 (Parthenaue) im SNV-Parthequerungsbereich nach Hörensagen keine Lebensraumtypen gem. Anhang I der FFH-Rl. enthalten soll, was wohl im Gegensatz zu der mir vorliegenden, von der TU-Dresden im Rahmen des Stadt-Parte-Land-Projekts herausgegebenen „Flächenkulisse naturschutz-konforme Grünlandbewirtschaftung“ (Anlage) steht. Nach letzterer spannt sich von Borsdorf bis Taucha ein durchgehender Weidever-bund entlang der Parthe, der auch im Bereich der stiftungseigenen Fl.-St. [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] nicht abreißt, und der ins-gesamt als Lebensraumtyp 6510 „Flachlandmähwiese“ zu werten ist. Der im Uferbereich der Fl.-St. [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] angelegte, 25 m breite, von Pferdebesatz freigehaltene Typ 6510-Wiesenstreifen soll den Le-bensraum der an der Parthe heimischen Tier- und Pflanzenarten er-weitern, wozu auch der Fischotter zählt. Um die insbesondere nachts durch optische Störungen stark leidende Spezies vor Lichteinfall (grell-leuchtendes Reklameschild der Zimmerei Schnoy) zu schützen, wurde auf den besagten Flurstücken eine mittig in Nord-Süd-Richtung platzierte Feldhecke angelegt, welche mit Grünrandstreifen ausgestattet, für sich genommen ein üppig ausgestaltetes Biotopverbund-Element darstellt. Im Übrigen ist vorgesehen, nach der diesjährigen ersten Mahd die Lebensraumqualität für Fischotter durch Tieferlegung des 25 m breiten Wiesenrandstreifes im Sinne der Förderung eines gün-stigen Erhaltungszustandes des FFH-Gebiets zu verbessern und eine Annäherung an den Lebensraumtyp 6430 „feuchte Hochstaudenflu-ren“ herbeizuführen. Letzterer wird von einer in 2018 angelegten Weichholzaue flankiert. (Auf Anfrage kann zu den privatrechtlich festgelegten Renaturierungsmaßnahmen [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] Pachtvertrag [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] vorgelegt werden.) Um diese Entwicklungen aktenkundig zu machen, beantrage ich hiermit eine Nachevaluation. Unabhängig davon weise ich darauf hin, dass trotz mehrfacher Bitte weder mir als damaligen Flurstücks-Eigentümer, noch meiner Stif-tung jemals Hinweise zu im Managementplan enthaltenen Untersu-chungsergebnissen bzw. Handlungsempfehlungen gegeben wurden; Informationen, die, wenn man schon auf den besagten Flurstücken unangemeldete Inspektionen durchführt, dem Flächeneigentümer von Rechts wegen zustehen sollten.
b.) Abwägungsrelevanter Sachverhalt „Flachlandmähwiese“
Nicht nur bezogen auf den SNV-Partehequerungsbereich ist der Le-bensraumtyp 6510 ein rares Gut. Dieser hat umso größere Bedeu-tung, als ihm als regionaler, ca. 8 km langer landschaftsprägender Grünzug Biotopverbund-Charakter zukommt, und er im besagten Querungsbereich von zwei hohen, mit Greifvogel- und Fledermaus-nistplätzen ausgestatteten Gehölzspalieren flankiert bzw. ergänzt wird. Zudem ist ihm gerade wegen seiner an der Querungsstelle vor-kommenden geringen Breite eine besonders hohe Relevanz für die Zusammengehörigkeit von Lebensraumtyp- sowie Habitatflächen im FFH-Gebiet und damit ein hoher Schutzstatus zuzusprechen. Für die Zerschneidung des Grünzugs ist daher ein extrem hoher Beeinträch-tigungsgrad anzusetzen.
c.) Abwägungsrelevanter Sachverhalt „Kleiner Seich“
Etwa 600 m nordöstlich der geplanten Parthequerungsstelle befindet sich das von der Straßenbaumaßnahme betroffene flächige Natur-denkmal „Feuchtwiese bei Dewitz (kleiner Seich)“ mit seiner Orchideen-wiese und einer Entwicklungsfläche des Dunklen Wiesenknopf-Amei-senbläulings. Ungeachtet seiner Lage im FFH-Gebiet soll die SNV un-mittelbar daran vorbeiführen, was zu einer extrem hohen Beeinträch-tigung, wenn nicht gar zur Zerstörung dieses in der Region seltenen gewordenen Biotoptyps führen wird, wofür ein extrem hoher Beein-trächtigungsgrad anzusetzen ist.

Andererseits: Würde man entsprechend den Schutzerfordernissen für den „kleinen Seich“ die SNV nach Süden verschieben, hätte dies wohl auch Auswirkungen auf den Trassenverlauf über die Fl.-Ste. [an dieser Stelle wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt], und zwar im Sinne einer auch dort erforderlich werdenden Südverschiebung. All dem, wie auch das Nachfolgende, könnte wohl nur durch eine mindestens vom Plösitzer Feldflurstück 62 bis zum Dewitzer Feldwegeflurstück 151 (Püchauer Straße) reichende ca. 1,7 km lange Untertunnelung kompensiert werden; eine Maßnahme, die zu prüfen ich hiermit dringendst empfehle.

d.) Abwägungsrelevanter Sachverhalt „Fischotter“
Eine Betroffenheit des Fischotters durch die geplante SNV-Parthe-querung und die damit verbundenen Störwirkungen durch den Verkehr, der mit derzeit 47.000 Kfz/24 h angesetzt wird, ist so gut wie sicher. Wenn nicht bereits wegen der unter A 1 sowie A 2 b + c angeführten massiven Beeinträchtigungen, müssten in Anbetracht der kumulierten negativen Wirkungen spätestens jetzt alle Glocken läuten, um von der in Rede stehenden vierspurigen Trassenvariante Abstand zu nehmen.

Der Fischotter steht bereits jetzt unter erheblichen Stördruck, wobei die Gesamthabitat-Länge gut 23 km beträgt. Selbst wenn ein Brückenbauwerk fischottergerecht ausgeführt wird, wären die Beeinträchtigungen durch den in die hiesige Parthenaue gelenkten gewaltigen Verkehr beträchtlich, zumal in diesem Landschaftsabschnitt bis dato Stille herrscht. Zur Lärmbelastung kommen noch negative Auswir-kungen durch nächtlich auftretende optische Störungen hinzu, welche der empfindlichen Tierart arg zusetzen würden.
d.) Abwägungsrelevanter Sachverhalt “Landschaftszerschneidung“
Die Straßenbaumaßnahme konterkariert nicht nur die Schutz- und Entwicklungsziele des FFH Gebiets Parthenaue und beeinträchtigt einen der wenigen für Naherholungszwecke zur Verfügung stehenden bedeutsamen Raum, sondern durchschneidet in ihrem weiteren Ver-lauf (d.h. südwestlich und nordöstlich der vorgesehenen Parthequerung) ein von Verkehrswegen unzerschnittenes Gebiet, ohne dass eine nennenswerte verkehrliche Entlastung des Tauchaer Innenstadtbereichs zu er-warten ist. Selbst Stimmen aus der Stadtverwaltung räumen der bestandsnahen, um einen Tunnel ergänzten Variante den höchsten Entlastungseffekt ein, wobei die Innenstadtbewohner offenbar ebenfalls für diese Variante plädieren. Wenn dem so ist, und gemäß der Einschätzung des BUND 50% des B97-Verkehrs aus Taucha kommt, warum dann die Autokolonne auf einer vierspurigen Trasse um unsere Kleinstadt herumlenken und ohne deutlich spürbaren Effekt wertvolle Naturlandschaft zerstören?

Großflächige unzerschnittene, verkehrsarme Landschaftsräume sind selten geworden. Wir haben einen solchen vor der Tür. Der Landesentwicklungsplan 2013 sieht vor, Verkehrswege und ähnliche Vorhaben landschaftsgerecht zu führen und zu bündeln. Warum sollte dies heutzutage angesichts der schärfer geführten Diskussionen betreffend Klimawandel-Ursachen und deren Folgewirkungen nicht in analoger Weise auch für das hiesige FFH- und Landschaftsschutzgebiet gelten? Eine raumverträgliche Lösung in Form der bestandsnahen Variante ist doch vorhanden! Aufgrund unserer persönlichen Betroffenheit (Schutzgut Mensch) und jener des durch die Baumaßnahme der Vernichtung preisgegebenen Teils des hiesigen FFH-Gebiets (Schutzgut Natur) wäre nicht einzusehen, warum man der „innerstädtischen Lö-sung“ nicht den Vorzug zu geben bereit ist.

B.) Südvariante (SSV) – Parthequerung zwischen Sehlis und dem Kirchen-heim
Hier entfallen die unter A 1 vorgetragenen Einwendungen, während die Argumente zu A 2 weiterhin Bestand haben, aber nicht wiederholt, sondern um den Hinweis auf die Gefährdung/Schutzwürdigkeit des im dortigen Parthequerungsbereich liegenden Reproduktionshabitats des Dunklen Wiesenkopf-Ameisenbläulings ergänzt werden.

Zudem weise ich auf folgendes hin:

a.) Wie SNV, wird auch SSV dem Anspruch auf signifikante Verkehrsent-lastung des Tauchaer Innenstadtraums kaum gerecht. Denn beide Varianten sind keine Ortsumgehungen im klassischen Sinn, sondern beziehen zur Verkehrslenkung einen Autobahnabschnitt ein. Sie gehen daher nicht auf das Bestreben ortskundiger KFZ-Nutzer nach mög-lichst gradliniger Fortbewegung ein und binden stattdessen an der abseitig gelegenen Autobahnanschlussstelle Leipzig-Ost und der be-reits überlasteten B 6 an, was viele Autofahrer dazu verleiten dürfte, am alten Trott festzuhalten. Ergo: Wählte man SNV bzw. SSV als Vor-zugsvariante aus, würde man ein Problem lösen, um ein neues zu schaffen. Es sei denn man hätte ohnehin vor, die B 6 auf 6 – 8 Fahr-spuren zu verbreitern.
b.) Im Übrigen wäre Sehlis im Fall einer SSV-Realsierung von seiner Feldmark weitgehend abgeschnitten.

In der Hoffnung auf Berücksichtigung meiner Einwendungen und

mit freundlichem Gruß

gez. Carlo Bergmann

volle Zustimmung zu den erschreckenden Nachteilen

Definitiv nein. Es gibt ja wohl genug Anbindungen. Man muss auch mal etwas Natur und Landschaft bewahren können.

Die Nachteile sind klar benannt. Für mich als Tauchaer Bürgerin zu emotionslos. Wir haben hier ein intaktes Naturschutzgebiet mit viel Raum für Mensch und Tier. Unser Storch, an dem wir uns alle erfreuen, ist auf den parthewiesen zu Hause. Radfahrer und Wanderer genießen die Natur. Der eisvogel fliegt umher. Der Bund fördert die Natur mit viel Zuschuss und hier zerstören wir eine perfekte Umwelt für uns Menschen und die Natur mit allen Pflanzen und Tieren. Demnächst setzen wir uns ins Auto oder Flugzeug um diese Natur zu erleben, toll, die nächste Planung kann beginnen. Soviel zum Thema“ verkürzte Reisezeit“. Im Übrigen an dieser Stelle, „Hut ab“ vor unserer Jugend. Die haben begriffen, es geht um unsere Zukunft!!!!

Bitte keine Zerschneidung eines bestehenden funktionierenden Ökosystem . Bitte um Erhalt der bestehenden Grünzüge in Sachsen - auch niedergeschrieben in den Richtlinien der sächsischen Staatsregierung. Schutzgut Mensch & Natur beachten. Unbedingter Erhalt der Parthenaue welche aktuell in bestimmten Bereichen renaturiert wird bzw. werden soll und damit allmählich wieder einen Charakter einer Auenlandschaft annimmt . Wahrung der bisherigen Arbeit der Stiftung Parthenaue !

Guten Tag,

auch in dieser Rubrik muss ich mich äußern und dafür aussprechen, dass es unabdingbar ist, den vorhandenen natürlichen Lebenraum einheimischer Pflanzen und Tiere (in ihrem natürlichen Verbund) zu schützen und zu bewahren - für Pflanze, Tier und Mensch!!!
Ich bitte Sie, ein leuchtendes Beispiel zu kreieren, die Bedürfnisse der Menschen in nahem Umfeld und weiterer Entfernung in wertschätzenden Einklang zu bringen mit den Bedürfnissen der beteiligten Pflanzen und Tiere.
Ich danke Ihnen!
Ute Tschipke

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