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Nutzen und Kosten - Bestandsnahe Variante

Worum geht’s bei dem Thema?

Für die Genehmigungsfähigkeit einer neuen Straße durch das Bundesverkehrsministerium spielt das Verhältnis zwischen dem zu erwartenden Nutzen

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Welche weiteren Aspekte möchten Sie diskutieren? Haben Sie weitere Hinweise für uns? Was muss aus Ihrer Sicht bei der weiteren Planung berücksichtigt werden? Und worüber muss in der nächsten Planungswerkstatt noch diskutiert werden?

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Nutzen und Kosten - Südvariante

Worum geht’s bei dem Thema?

Für die Genehmigungsfähigkeit einer neuen Straße durch das Bundesverkehrsministerium spielt das Verhältnis zwischen dem zu erwartenden Nutzen und den mit dem Bau und Betrieb entstehenden Kosten eine entscheidende Rolle. Nur wenn der Nutzen einer Baumaßnahme den Kosten gerecht wird, hat eine mögliche Lösung die Chance zur Umsetzung zu gelangen.

Wie unter dem Thema „Verkehrliche Wirkung“ erläutert, wird die Entlastung der Stadt Taucha vom Durchgangsverkehr angestrebt. Nur bei einer Lösung, die dieses Ziel wirkungsvoll erreicht, können auch hohe Kosten zur Realisierung gerechtfertigt sein. Insofern kann auch eine insgesamt teurere Variante besser sein als eine günstigere, wenn sie gleichzeitig zu einem höheren Nutzen führt.

Die verkehrliche Wirkung im Sinne des Planungsziels ist bei beiden hier diskutierten Varianten gegeben, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt. Daher soll im Folgenden auf das Kostenverhältnis der untersuchten Varianten geschaut werden. Eine belastbare Kostenschätzung kann zu diesem frühen Planungszeitpunkt noch nicht vorgenommen werden. Hierzu bedarf es tiefergehender Untersuchungen.

Schreiben Sie uns unten auf dieser Seite Ihren Kommentar.

Vorteile der Südvariante

Hinsichtlich der Kosten ist eine Südvariante gegenüber der bestandsnahen Lösung voraussichtlich im Vorteil, da keine hohen Kosten für einen Tunnel erforderlich und auch keine Eingriffe in den Gebäudebestand vorzunehmen wären. Eine Realisierung „auf der grünen Wiese“ könnte vergleichsweise günstig und ohne bauzeitliche Behinderungen ermöglicht werden. Darüber hinaus wäre bei einer Südvariante keine Einschränkungen des Verkehrs während der Bauphase auf der Bestandstrasse zu erwarten.

Nachteile der Südvariante

Diesen Vorteilen stehen jedoch auch Nachteile gegenüber: Bei einer Südvariante wäre entsprechend der Prognosen eine geringere verkehrliche Entlastung Tauchas zu erwarten. Ebenso käme es zu größeren Fahrtweiten zum Erreichen der B 87n aus westlicher Richtung, was den Nutzen im Vergleich zur bestandsnahen Variante schmälern würde.

Bei einer Südvariante wäre neben der größeren Gesamtlänge zur Querung der Parthenaue ein langes Brückenbauwerk zu planen, was ebenfalls mit erhöhten Kosten einherginge. Auch wäre eine Streckenführung durch die hügelige Endmoränenlandschaft mit erheblichem Aufwand zur erforderlichen Anpassung des Geländes verbunden. Dies ginge ebenfalls mit hohen Kosten einher und wäre für die Betrachtung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses zu berücksichtigen.

Darüber hinaus sind im Rahmen der Kostenkalkulation auch Kosten einschließlich Flächenbereitstellung für erforderliche ökologischen Kompensationsmaßnahmen zu berücksichtigen, die zu einer Erhöhung der Gesamtkosten beitragen.

Kommentare

Neben den bereits aufgeführten Kostenfaktoren ist zu beachten, dass
- für einen gesicherten Verkehrsfluss zusätzliche Investitionen in die B6 / Permoserstraße erforderlich sind und
- aufgrund der engen Führung entlang der Orte Sehlis, Panitzsch und Plösitz erhebliche Kosten für Lärmschutz anfallen.

Dazu kommz eine hohe Sach- und Fachkenntnis der DEGES.
Die Einsicht kommt spät, aber sie kommt.
Die Nachteile der Südvariante sind gravierend.
Also: Keine weitere Diskussion der Südvarianten.
Nur ein Tunnel oder (doch) eine Nordumfahrung sind realistisch.

Die Süd- wie die Nordvariante und keine klassische Umfahrung/Umgehung. Dazu müsste man wieder auf die B87 stossen. Es sind nur Alternativrouten, die so attraktiv sein müssen, dass der Verkehr die Abkürzungen nimmt. Das heisst eigendlich, um eine gute Entastung für Taucha zu erhalten, müsste man Nord- und Südroute bauen. Diese Gesamtkosten müsste man mit dem Tunnel vergleichen.

Eigentlich eine recht gute Idee. Nur glaube ich nicht, dass dies umgesetzt wird.

Wie kann man sich die Abwegung zwischen Kosten und Nutzen vorstellen?
Wäre eine doppelt so nutzvoll Variante auch das doppelte an Geld wert?
Für unsere Beispiel Tunelvariante bringt 80 % Entlastung und die Südvariante nur 35%.
Das heisst der Tunnel darf 228 Mio. Kosten, wenn die Südvariante 100 Mio kostet?

Moderationskommentar

(Hierbei handelt es sich um einen Beitrag seitens der DEGES)

Bei der Nutzen-Kosten-Analyse werden die Kosten für eine Maßnahme ihrem monetarisierten Nutzen gegenübergestellt. Die Analyse setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Parameter zusammen, so dass ein grober Vergleich, wie er hier vorgestellt wurde, nicht möglich ist. Zu den Bewertungsparametern zählen beispielsweise der jährliche Nutzen aus
· Transportkostenersparnissen,
· Verbesserung der Verkehrssicherheit,
· Reisezeitersparnissen,
· Umwelteffekten.
Diese Parameter werden den Investitions-, Erhaltungs- und Betriebskosten gegenübergestellt. Da die jeweiligen Parameter von Trassenvariante zu Trassenvariante ganz unterschiedlich ausfallen können, muss jede Variante einzeln bewertet werden. Pauschalbewertungen scheiden daher aus.

Danke für die Rückmeldung. Mir ist das jedoch zu allgemein.
Könnten Sie mir bitte die dazu gültige Norm nennen, welche für unseren Fall Anwendung finden wird.

Moderationskommentar

(Hierbei handelt es sich um einen Beitrag seitens der DEGES)
Der Bundesverkehrswegeplan 2030 mit seinen Aussagen bzgl. des Bedarfs nach Verkehrsinfrastrukturprojekten baut auf den Ergebnissen eines umfassenden Bewertungsverfahrens auf.

Dieses Verfahren erfasst die unterschiedlichen, mit Bezug zur Bundesverkehrswegeplanung relevanten Wirkungen der zur Bewertung anstehenden Verkehrsprojekte und führt sie derart zusammen, dass qualifizierte Aussagen zu ihrem Umsetzungsbedarf getroffen werden können.

Das Methodenhandbuch zum Bundesverkehrswegeplan 2030 (https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/BVWP/bvwp-...) enthält eine Beschreibung dieses Bewertungsverfahrens und richtet sich gleichermaßen an Fachleute wie auch an interessierte Bürger.

Teil II des Methodenhandbuchs bietet für Interessierte Bürger mit allgemeinem Interesse am Bewertungsverfahren des Bundesverkehrswegeplans 2030 einen allgemeinen Einstieg in die Thematik und dient zum Verständnis des generellen Ansatzes des Bewertungsverfahrens.

Teil II setzt dabei vergleichsweise geringe Vorkenntnisse voraus.

Darüber hinaus finden die „Empfehlungen für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen von Straßen“ (kurz EWS), welche von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen herausgegeben wurden regelmäßige Anwendung bei der Nutzen-Kosten-Berechnung.

Die EWS befindet sich derzeit in Überarbeitung.

Jedem ist doch klar, dass eine Variante ob Nord -oder Südvariante niemals zu weit von der ursprünglichen Trasse also der B87 abweichen darf. Die jetzige B87 wird genutzt weil sie die schnellste und einzigste Verbindung vom jeweiligen Nutzer zu seinem Zielpunkt ist. Sollte die neue B87n von der alten Streckenführung stark abweichen, dann verpufft der gewünschte Effekt für die Stadt Taucha.......denn die meisten Fahrzeuge würden weiter die alte B87 nehmen. Eine Südvariante kann nicht in Frage kommen! Erstens: Umwelt , Landschaftsschutzgebiet, Endmoränenlandschaft......das ist die Klimaanlage von Leipzig und seinem Umland. Schon aus diesen Gründen kann man die Südvariante nicht umsetzen! Dazu kommen noch : 1. eine B6 die auch schon überlastet ist und praktisch direkt neben der B87n verlaufen würde.....macht keinen Sinn, 2. das Autobahnkreuz Leipzig-Ost und die Zufahrt ins Stadtgebiet Leipzig sind jetzt schon überlastet, 3. will ein Fahrzeug auf der B87 zu seinem Ziel, sei es die Autobahnauffahrt Nordost, die Eisenbahnstraße , das Gewerbegebiet Nordost oder das Stadtzentrum...... so wird er niemals die Südvariante wählen oder eine andere stark abweichende Strecke!

Was ich mich bei all dem Ganzen frage: Warum muss man es den Autofahrern den einfacher machen? Je mehr und besser die Straßen, desto mehr Autos wird es geben. Es ist eine Endlosspirale. In 10 Jahren sitzten wir vor dem gleichen Problem, nur dass es dann noch mehr Autos gibt. Wieso setzt man immer noch auf automobile Fortbewegung? Warum können wir stattdessen nicht die Bahnstrecken besser ausbauen? Das es zu viele Autos in der Stadt gibt, ist mittlerweile klar, aber dann sollen sie einfach nicht mehr reinfahren dürfen. Wieso lassen wir unsere Utopien nicht einfach zu? Geld gespart, Umwelt und Mensch geschützt, Unfälle vermieden und innovativ gedacht!
Bei der Kosten-Nutzen-Analyse möchte ich gerne noch anfügen, dass nicht zu vergessen ist welche langfristigen Folgen die Zerstörung der Natur und die Versiegelung von Ackerflächen bedeutet. (Egal bei welcher Variante!) Schützen wir die Landschaft und Verhindern wir das Vorhaben, haben wir und unsere Kinder einen hohen Nutzen, der sich (leider) nur schwer bis gar nicht in Zahlen und Euros errechnen lässt!

Klar ist , das dieses Verkehrschaos in Taucha behoben bzw. verändert werden muss. Im Vordergrund der ganzen Disskusion muss trotzdem unsere Umwelt und Natur stehen...wir können nicht den Verkehr einfach umleiten und so noch mehr nachhaltigen Lebensraum, Natur kaputtmachen! Die Generation der Schüler geht zur Zeit mit gutem Beispiel voran und fordert mehr Umweltbewußtsein von allen. Hier soll nun mit der Südvariante genau das Gegenteil passieren, es soll weiteres Land zerstört werden. Die Bevölkerung nimmt stetig zu, die freien Flächen/Erholungsgebiete/Rückzugsorte oder Schutzgebiete nehmen weiter ab...so geht das doch nicht weiter! Man muss eine akzeptable Alternative finden, nur nicht wieder auf Kosten unserer Umwelt!

Das in der Vergangenheit oft teurere Tunnelvarianten umgesetzt wurden, zeigt ja, dass der Naturschutz keine untergeordnete Bedeutung hat (z. B. Tunnel durch die Königshainer Berge).
Na klar, Natur lässt sich schlecht in Euro abbilden. Aber in einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung können Aspekte der Natur entsprechend stark gewichtet werden. Darauf kommt es jetzt an.

Die gravierenden Auswirkungen einer Südvariante auf die heute noch weitgehend intakte Parthenaue und deren Anwohner wurden bereits ausgiebig dargestellt.
Bei der Diskussion um ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis sollte berücksichtigt werden:
- Zum heutigen Zeitpunkt können die Kosten für eine Tunnelvariante wahrscheinlich nicht einmal ansatzweise definiert werden und auch bei einer Südvariante gibt es noch sehr viele Unwägbarkeiten. Dass eine Tunnelvariante in jedem Falle teurer als eine Südvariante sein muss, erscheint zwar auf den ersten Blick logisch, muss aber nicht zwangsläufig so sein.
- Selbst bei einer deutlich kostenintensiveren Tunnelvariante überwiegen die Vorteile dieser gegenüber einer Südvariante in einem solchen Maß, dass diese Mehrkosten in jedem Fall gerechtfertigt wären. Das kommt in den Vor- und Nachteilsdarstellungen für die Teilaspekte Verkehrliche Wirkung - Schutzgut Mensch - Umweltaspekte - Nutzen und Kosten m. E. sehr deutlich zum Ausdruck.
Fazit: Keine Südvariante!

„Kosten“ bedeutet doch nicht nur die im Bau anfallenden Kosten, sondern auch die Belastung auf das Ökosystem, die sich nachhaltig auf die Lebensqualität unserer Umgebung auswirkt, und schließlich auch die „Kosten“ eine Straße über 16 ha Ackerland der Gemüsehöfe - wieviele Brote nicht mehr gebacken, wieviele Kohlsuppen nicht mehr gekocht, wieviele Säcke Kartoffeln nicht mehr geerntet werden. „Kosten“ belaufen sich nicht nur auf die direkten finanziellen Ausgaben im Straßenbau; die wahren Kosten sind viel höher.

vielen Menschen ist nicht bewusst, dass einmal überbauter Ackerboden nie wieder rückgebaut werden kann. Die Natur hingegen erobert sich Brach liegengelassene Flächen von alleine wieder und besiedelt sie.
Die Kulturlandschaft jedoch hat sich durch jahrhundertelange Pflege entwickelt. Humus baut sich in Jahrhunderten auf. Das kann in einem Jahr zerstört werden.
Die Nahrungsmittel, die die Erde auf der 8 km langen Südvariante jedes Jahr für die Menschen hervorgebracht hätte, sind unwiderruflich verloren.
Wir haben in unserem Betrieb ein Stück welches vor 40 Jahren Bauhof war – dort kann man den Boden nicht mehr bearbeiten und nichts ernten, obwohl alles abgebaut wurde.
Das Leipziger Tiefland ist ein bevorzugtes Ackerbaugebiet – mit sehr „Frucht“ - baren Böden.

Wer will die wahren Kosten der Südvariante berechnen?

Wie wird ein lebendiger Lebensraum monetär ausgedrückt?
Drückt das unsere Achtung vor dem Leben aus – ob es uns 1 Million oder 70 Millionen oder nur 250.000 Euro vielleicht „wert“ ist?
Wer will wissen, wie der Untergrund der Parthenaue wirklich für Straßenbau geeignet ist?
Wieviel Leute enteignet werden müssen?

Mit Erstaunen stelle ich fest, dass immer noch derartige Projekt erwogen werden, nachdem der Umgehungsstraßenbau der letzten Jahrzehnte das Verkehrsvolumen auf deutschen Straßen erfolgreich ver-x-facht hat. Es ist doch klar, dass die neue Ortsumgehung zwar einige Autos aus Taucha verlagert, aber auch viele neue Fahrten erzeugen wird, weil es sich nun lohnt von A nach B zu fahren. NeudEnglisch nennt man so etwas "Rebound"-Effekt, in diesem Fall auch als Jevons Paradox bekannt. Am Ende sind beide Straßen voll, weil man nach dem Bau der Umgehung nun auch wieder ganz gut mit dem Auto durch Taucha kommt. Und dafür wollt Ihr die Natur und die Äcker opfern? Und die Kartoffeln die vorher auf den den Flächen wuchsen, aus Übersee (Achtung - noch mehr Verkehr!) kommen lassen? Wer ein Beispiel möchte: Als Kind spielte ich in den Wiesen und Wäldern wo heute die neue B1 ihre "segensreiche" Wirkung zwischen Paderborn und Schlangen entfaltet. Aber die Orte dazwischen Marienloh, Bad Lippsringe etc sind immer noch voll Autos, nur die Natur ist unter die Rädergekommen. Wem hat es genutzt? Bitte vergesst die Südvariante!

Wenn eine Entlastung der aktuellen B87 wirklich zeitnah realisiert werden soll, dann sind die Südvarianten zu verwerfen: Denn sehr zu Recht werden die Umweltverbände gegen eine Querung der Parthenaue und des Landschaftsschutzgebietes Taucha-Eilenburg klagen und dabei viel Unterstützung von den lokalen Akteuren erhalten.
Dies wird alle Beteiligten viel Energie kosten, die wir für sinnvollerweise für andere Dinge wie die Bewältigung der Klimakrise, der Gestaltung unserer Stadt Taucha als eine lebenswerte weltoffene Stadt, etc. verwenden sollten.

Im Bereich der geplanten Südvarianten bearbeiten verschiedene landwirtschaftliche Betriebe das Land und bauen Gemüse, Ackerfrüchte und anderes an - sowohl konventionell als auch ökologisch. Neue landwirtschaftliche Betriebe sind dabei oder beginnen, hier auf innovative und nachhaltige Weise Ökolandbau zu betreiben, der nachhaltige Arbeitsplätze schafft und Fachkräfte in der Region hält, und mit regionalen Wirtschaftskreisläufen die Ernährung von uns Anwohner_innen auch langfristig sichert. Nachhaltigkeit der Ernährung, Ernährungssouveränität, Ernährungsräte für Kommunen, die unsere Ernährung nachhaltig verbessern - all das sind nur einige Schlagwörter für Entwicklungen, die regionale Ackerböden benötigen, die mit den Südvarianten zerstört werden würden. Hier müssten die Kosten von verlorenen Arbeitsplätzen, von verlorenem Innovationspotential, von verlorenen Potentialen für unsere Kinder und Kindeskinder berechnet und berücksichtigt werden.

Im Bereich der Südvarianten flossen und fließen Gelder für die Re-Naturierung der Landschaft, d.h. für die Pflanzung von Hecken und Streuobstwiesen, für Blühstreifen und anderes - aus Fördertöpfen der EU und aus anderen Quellen. Überregional bekannte Stiftungen wie die von Herrn Bergmann aus Sehlis sind überaus aktiv beim Erhalt und bei der Pflege der seit Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft und investieren viel Geld und Zeit. Mit viel bürgerschaftlichem Engagement werden Bäume gepflanzt und die Umwelt gepflegt. Diese schon investierten Gelder werden durch einen Straßenneubau mit den Südvarianten vernichtet. Zu prüfen ist, ob die verantwortlichen Straßenbauer_innen/Planer_innen dann Strafgelder an die EU zahlen müssen, oder ähnliches, was durchaus sinnvoll erscheint. Zu berücksichtigen sind auch die indirekten gesellschaftlichen Kosten, die durch verbitterte Bürger_innen entstehen, deren jahrelanges Engagement für eine lebenswerte Natur mit einem Straßenneubau mit Füßen getreten werden.

Die Südvariante löst die Probleme in Taucha nicht. Gründe:

- Bereits jetzt ist die B6 an der Anschlussstelle Leipzig Ost häufig verstopft und es kommt zu Staus. Eine Aufnahme des zusätzlichen Verkehrs der B87 wird nicht sinnvoll möglich sein.
- Auch mit Südvariante würde weiterhin der Verkehr entlang der alten Streckenführung beträchtlich sein, denn um den zu erwartenden extremen Staus an der B6 zu entkommen, würde man zwangsläufig wieder auf die Ortdurchfahrung durch Taucha ausweichen.
- Mit der Südvariante werden die angestrebten Ziele nicht erreicht. Mehr Staus, mehr Emissionen und mehr Lärm wären die Folge. Der Ortskern von Taucha wird weiterhin hochfrequent durchfahren und zusätzlich hätte man die einzigartige Parthenaue zerstört und den Ortsteil Panitzsch gleich in drei große Straßen eingekesselt (A14, B6, B87n).

Ein Tunnel durch Taucha hat mittel- und langfristig eindeutig das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Und nur darum sollte es aus Kostengesichtspunkten gehen. Die Südvariante mag in absoluten Euro-Beträgen vielleicht etwas günstiger sein, ist aber vom Kosten-Nutzen-Verhältnis viel schlechter. Sie sollte dann lieber gar nicht erst gebaut werden.

Fazit: Tunnel durch Taucha ist die beste und nachhaltige Lösung. Wir sollten langfristig denken.

Liebe Freunde der Südvariante,
hier sind die Nachteile dieser Trasse vollständig aufgeführt. So eine Straße ist nicht nur ein bisschen Schotterbett auf die Wiese gekippt! Brücken, Dämme, "Landschaftsanpassungen". Diese schöne, sanfte Hügellandschaft würde nicht wieder zu erkennen sein.

Bei der Wahl der Südvariante werden extreme Eingriffe in die vorhandene Naturlandschaft vorgenommen. Unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes etc. sind diese nicht zu rechtfertigen, zumal eine Entlastung der Strecke für mich nicht erkennbar ist, da sich bereits jetzt immer wieder Staus auf der vorhandenen B6 entwickeln, die keinesfalls abnehmen werden, sofern eine weitere Hauptverkehrsstraße zugeführt wird. Das Nadelöhr Permoserstraße bleibt nach wie vor bestehen. Auf jeden Fall sollten hier alle notwendigen Kosten bedacht werden, die aufgewandt werden müssen, um beide Ziele Umwelt und Verkehr vereinbaren zu können. Eine Zerstörung der Natur um jeden Preis für eine Variante, die im Endeffekt an einer anderen Stelle erkrankt, sollte nicht in Erwägung gezogen werden. Auch Ausgleichsflächen sind keine Lösung, da sie weder die Naturlandschaft nachhaltig schützen, noch das vorhandene Kulturerbe erhalten.

Klares Nein. Das Verhältnis Kosten(Schutz der Natur und Umwelt)/Nutzen steht hier in keinem Verhältnis. Wir zerstören intakte Umwelt und schaffen sie mit viel Geld neu. Wir müssen intakte Lebensräume schützen! Die Nachteile überwiegen deutlich. Das Geld, was das kosten würde, könnten wir vielmehr in Fahrradwege oder Infrastruktur wie Kindergartenplätze, sichere Fußwege etc. Investieren.

Ein Tunnel kostet ...ja ...aber bringt für die Lösung der Verkehrsprobleme den höchsten Nutzen. Die Südvariante kostet auch ...ein Nutzen für alle ist mir nicht ersichtlich - Zerstörung eines unberührten Naturraumes - Rückzugsort für erholungssuchende Bewohner, Artenvielfalt im Bereich Flora und Fauna - Insektenschutz - Klimaschutz ...usw ...ich sehe keinen wirklichen Nutzen einer Südvariante .

Sehliser Straße, Wurzner Straße, Tauchaer Straße, Parthe, Püchauer Straße, Plattenweg, Landwirtschaftliche Brücken....im Preis nicht zu vergessen. Zudem das Kreuzen der 4 großen Hochspannungsleitungen, dessen Masten im Weg stehen....auch das kostet.
Bitte den tatsächlichen Aufwand im Auge behalten.

Für den gesamten Verkehr aus dem Südraum Leipzig/Chemnitz ist eine Verbindung südlich Taucha nötig, da dieser Verkehr sonst zu nicht unwesentlichen Teilen über Nebenstraßen den Weg zur B87 Richtung Eilenburg findet. Mit einer Bündelung auf der neuen Straße wird die Belastung der Umwelt (Natur und Anwohner) reduziert. Naturverträgliche Lösungen, z.B. Brücken, über Teile der Partenaue sind heutzutage gut möglich.

Warum ist die Parthenaue ein FFH und Landschaftsschutzgebiet, wenn es nun finanziell abgewogen werden soll? Die Landschaft und in ihr lebende Flora und Fauna kann nicht für sich sprechen! Das muss der vernunftbegabte Mensch tun! Verlorene Natur ist unwiederbringlich verloren und monetär nicht messbar! Wir diskutieren mit unseren Kindern über die Abholzung von Regenwäldern, Vermeidung von Plastik, sprechen mit ihnen über vom Aussterben bedrohte Arten und lassen zu, dass neue Straßen durch die bislang unberührte Natur vor unserer Haustür gebaut werden? Wir können für unsere Kinder NICHT ZULASSEN, dass die Parthenaue in dieser Art der zerteilt wird! Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen!